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Abu Dhabi
Rosberg feiert dritten Sieg in Folge

Abu Dhabi. Erst Mexiko, dann Brasilien und jetzt Abu Dhabi - im Saisonendspurt der Formel 1 fährt der 30-jährige Deutsche von Erfolg zu Erfolg. Mercedes-Teamrivale Hamilton, der seit dem 25. Oktober als Weltmeister feststeht, bleibt wieder nur Platz zwei. Von Eckhard Czekalla

43 Rennfahrer haben seit der Premiere der Formel 1 im Jahr 1950 am Saisonende den zweiten Platz belegt. Für 14 war es das dann auch. Nico Rosberg gehört dazu. Noch, wenn es nach dem in Wiesbaden geborenen 30-Jährigen geht. "Natürlich hilft das auch für das nächste Jahr", sagte der Mercedes-Pilot nach dem 19. und letzten WM-Lauf 2015. Wie schon in Mexiko und Brasilien hatte er auch das Rennen in Abu Dhabi dominiert und seinen Teamrivalen Lewis Hamilton in Schach gehalten.

Sechsmal in Folge Schnellster im Qualifying, erstmals drei Siege in Serie - der Deutsche hat nach dem Tiefpunkt in Austin, als sich Hamilton seinen dritten WM-Titel gesichert hatte, zurückgeschlagen. "Ich gehe glücklich in die Pause", betonte Rosberg. Hamilton, der sich in der Phase des Erfolges locker und gelöst gab, lobte den Sieger, der "mit den Reifen besser umgegangen" sei, machte seinen Frust aber deutlich mit der Bemerkung: "Weltmeister klingt immer noch besser als Rennsieger."

Wie schon in der vergangenen Saison war Mercedes das überragende Team. Hamilton gewann zehn der 19 Rennen, Rosberg sechs. Mit zwölf Doppelsiegen feierte man einen mehr als 2014 und so viele wie kein Team zuvor. McLaren hatte es 1988 durch Ayrton Senna und Alain Prost auf zehn Doppelsiege gebracht, allerdings bei nur 16 Starts.

Die Spannung im WM-Kampf war rasch verflogen. Rosberg zeigte dauerhaft Stärke erst, als der Titel bereits weg war. Er sprach von harter Arbeit in den letzten Wochen und davon, dass sein Rivale gerade nicht viel Spaß habe. Hamilton verwies auf Veränderungen am Auto, an dem schon mit Blick auf das kommende Jahr etliche Neuerungen ausprobiert wurden, da die Konkurrenten abgeschlagen waren. Ein Hinweis darauf, dass auch der Engländer nicht in jedem Auto zum Strahlemann werden kann.

Rosbergs furioser Schlussspurt ändert nichts daran, dass er zu den Verlierern der Saison gehört. Ein Gewinner ist Sebastian Vettel. Im ersten Jahr bei Ferrari schaffte er es dreimal auf Platz eins und war ganz klar die Nummer drei hinter Hamilton und Rosberg. "Von dieser Saison bleibt viel Positives", sagte der viermalige Champion. Er hat dem Team aus Maranello das Lachen zurückgebracht.

Sportlich ist das Jahr 2015 in der Formel 1 abgehakt. Doch die großen Probleme, die immer wieder für negative Schlagzeilen sorgen, sind nicht gelöst. Ob Renault weiter in der Königsklasse bleibt oder mit seinem Ausstieg drei Teams (Red Bull, Toro Rosso, Lotus) ohne einen Motorenlieferanten dastehen, gehört ebenso dazu wie der Streit um billigere Motoren, die Verteilung der Gelder (Sauber und Force India haben bei der EU-Kommission gegen Bernie Ecclestones Modell geklagt) und die Fragen, wie man den Einfluss der Männer an der Box verringern und die Herausforderungen für die Fahrer steigern kann.

Die Zeiten, in denen die Formel 1 ein Selbstläufer war, sind lange vorbei, seit Geschäft vor Sport geht.

Quelle: RP
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