| 19.02 Uhr

Fed Cup
Scharapowa sagt Duell gegen Deutschland ab

Maria Scharapowa schmust mit süßem Koala
Maria Scharapowa schmust mit süßem Koala FOTO: afp, sk/RAB
Sotschi. Die dezimierte deutsche Fed-Cup-Mannschaft saß gerade beim Abendessen im Restaurant Filini im Mannschaftshotel in Sotschi, als die Absage von Superstar Maria Scharapowa offiziell wurde.

In Jubelstürme brach im DTB-Lager vier Tage vor dem Halbfinale gegen Gastgeber Russland am Wochenende dennoch niemand aus. "Es ist und bleibt auswärts auf Sand eine schwere Aufgabe. Aber eins ist sicher: Wir werden alles geben, um unsere Chance zu nutzen", sagte Rittner und fügte an: "Wir hatten uns natürlich schon auf Maria Scharapowa eingestellt."

Doch die Weltranglistenzweite und russische Hoffnungsträgerin muss wegen einer nicht näher bestimmten Beinverletzung passen. "Diese hat mich daran gehindert, mich perfekt auf die Partie vorzubereiten. Aber ich müsste in Top-Form sein, um dem Team gegen solch einen starken Gegner zu helfen", ließ Scharapowa am Dienstagabend über den russischen Verband mitteilen.

Rittner setzt auf Erfolgsquartett

Damit steigen die Chancen des deutschen Teams, zum zweiten Mal nacheinander ins Fed-Cup-Finale einzuziehen. Rittner setzt dabei auf ihr Erfolgsquartett Andrea Petkovic (Darmstadt/Nr. 11), Angelique Kerber (Kiel/Nr. 14), Sabine Lisicki (Berlin/Nr. 19) und Julia Görges (Bad Oldesloe/Nr. 63). Linkshänderin Kerber hatte erst am Sonntag das Sandplatzturnier in Charleston/South Carolina gewonnen und ihre wochenlange Krise beendet.

Für den viermaligen Fed-Cup-Sieger aus Russland werden nun wahrscheinlich Swetlana Kusnezowa (WTA-Nr. 24) und Anastasia Pawljuschenkowa (Nr. 38) die Einzel bestreiten. Damit ist die DTB-Auswahl zumindest in punkto Weltranglisten-Platzierungen der klare Favorit. Wera Swonarewa (Nr. 137) ersetzt Scharapowa, außerdem steht Jelena Wesnina (Nr. 71) im Team.

Rittner hat sich allerdings noch nicht festgelegt, welche zwei Spielerinnen sie für die Einzel am Samstag (13 Uhr) und Sonntag (12/jeweils SAT.1 Gold und ran.de) nominiert. "Ich habe alle Optionen und vier sehr gute Einzelspielerinnen. Ich möchte noch die nächsten Trainingstage abwarten und sehen, wie sich alle fühlen", sagte Rittner mit Blick auf die verspätete Anreise von Kerber und Petkovic aus den USA.

Am Montag und Dienstag konnte die Bundestrainerin in Sotschi nur auf Lisicki und Görges zurückgreifen. Kerber sowie Petkovic trafen erst in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch im Mannschaftshotel ein und sollten am Mittwoch noch regenerieren.

Scharapowas Rückkehr ans Schwarze Meer geplatzt

Für Scharapowa selbst, die auch das Zugpferd für das anstehende WTA-Turnier in Stuttgart (ab 20. April) ist, war die Absage eine herbe Enttäuschung. Die Rückkehr nach Sotschi sollte für die bestverdienende Sportlerin der Welt (24,4 Millionen Euro per anno) zu einer Familienfeier werden. Scharapowa selbst hat einen Großteil ihrer Kindheit in der Stadt am Schwarzen Meer verbracht und hat hier viele Verwandte und Freunde.

In einem Park in Sotschi begann vor 23 Jahren an einer Ballwand Scharapowas große Karriere. "Mein Vater Juri spielte damals auf den dortigen Courts. Und weil ich keine Lust hatte rumzusitzen, schnappte ich mir einen Schläger und schlug Bälle gegen diese Mauer", erzählte die 27 Jahre alte Multimillionärin mit Wohnsitz Florida. Der Gedanke daran lässt sie noch heute schmunzeln: "Ich wusste nicht genau, was ich tat. Aber ich dachte mir: Es könnte Spaß machen." Der Spaß dürfte der verletzten Scharapowa erst einmal vergangen sein.

(sid)
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