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Start der US-Open
Djokovic will Enttäuschungen hinter sich lassen

Die Favoriten auf den Sieg bei den US Open
Die Favoriten auf den Sieg bei den US Open FOTO: ap, BRS
New York. Nach den Enttäuschungen in Wimbledon und bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro hofft Novak Djokovic auf die Rückkehr in die Erfolgsspur. Eine Verletzung am linken Handgelenk macht dem Serben vor Beginn der US Open in New York jedoch zu schaffen.

Die Tränen von Rio sind getrocknet, die privaten Probleme von Wimbledon angeblich ausgestanden, und dennoch startet Novak Djokovic bei den US Open in New York nicht frei von Sorgen in die Titelverteidigung. Eine Verletzung am linken Handgelenk schmerzt den Branchenführer aus Serbien. Der 29-Jährige glaubt selbst kaum noch daran, bis zum Turnierstart vollständig gesund zu werden.

"Ich hoffe einfach bis Montag so weit zu sein, meine Rückhand so hart wie möglich durchziehen zu können", sagte der Schützling der deutschen Tennis-Ikone Boris Becker und klang dabei nicht gerade hoffnungsvoll: "Manchmal brauchst du als Sportler Zeit, und mit den US Open vor der Tür habe ich die nicht."

Djokovic startet also angeschlagen ins letzte Grand-Slam-Turnier der Saison. In seinem Auftaktmatch trifft er auf den Polen Jerzy Janowicz, im September voraussichtlich Gegner der deutschen Davis-Cup-Mannschaft im Spiel um den Klassenerhalt in der Weltgruppe. Trotz der Verletzung soll es ein erster Schritt zurück zur alten Dominanz werden, ein Match, das die Enttäuschungen von Rio und Wimbledon auslöscht.

Djokovic galt als unschlagbar

Zur Erinnerung: Nach dem Triumph bei den French Open in Paris hielt Djokovic alle vier Grand-Slam-Titel gleichzeitig. Er galt als unschlagbar. Der Golden Slam, die vier Majorsiege plus die olympische Goldmedaille in einem Kalenderjahr, schien für ihn reserviert zu sein. Fast drei Monate und zwei Großereignisse später hat sich die Tennis-Welt gewandelt. Nachdem Djokovic ohne Erklärung aus Wimbledon und Rio verschwunden war, dominierte sein Dauerrivale Andy Murray aus Großbritannien.

"Manchmal muss man an die Wand knallen, um etwas zu lernen", sagte Djokovic bei seinem ersten öffentlichen Auftritt in Flushing Meadows. Vor allem durch die Ereignisse im Londoner All England Club, die in der Pleite gegen US-Außenseiter Sam Querrey gipfelten, habe er an Erfahrung gewonnen. Was genau ihn in Wimbledon beschäftigt hatte, wollte Djokovic allerdings nicht verraten. Nur so viel: "Manchmal müssen wir uns alle mit privaten Dingen auseinandersetzen und sie überstehen, um uns menschlich weiterzuentwickeln."

Olympia in Rio? "Interessante Erfahrungen"

Schon in Rio sei alles überwunden gewesen, dann schmerzte das Handgelenk. Die Niederlage gegen den späteren Silbermedaillengewinner Juan Martin del Potro (Argetinien) und der tränenreiche Abschied von den Sommerspielen seien "interessante Erfahrungen" gewesen, sagte Djokovic: "Es war eine harte Zeit auf dem Court, aber ein einzigartiges und unbezahlbares Erlebnis neben dem Platz. Ich habe die Energie aus Rio mit nach New York genommen."

Im Billie Jean King Tennis Center von Queens, wo Djokovic zwei (2011 und 2015) seiner zwölf Grand-Slam-Titel gewonnen hat, will er die Jagd nach den Größten der Tennisgeschichte wieder aufnehmen. "Ich weiß, dass ich mich köprerlich noch verbessern kann, hoffentlich gelingt mir das in den kommenden Tagen", sagte Djokovic: "Und wenn das Turnier einmal begonnen hat, stehen alle Türen offen."

(sb/sid)
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