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Der Weg zum Titel führt über Boll

Lokalsport: Der Weg zum Titel führt über Boll
Timo Boll (36), hier bei der WM in den Messehallen, ist Borussias Schlüsselspieler im heutigen Finale in Frankfurt. FOTO: Andreas Krebs
Düsseldorf. Borussia möchte heute zum 29. Mal Deutscher Tischtennis-Meister werden. Gegner TTC Fulda-Maberzell verfügt in Ruwen Filus und Jonathan Groth über starke Spieler, aber nicht über einen Ausnahmekönner wie den Düsseldorfer. Von Tino Hermanns

Die Gefahr ist groß, nach einer Weltmeisterschaft in ein Motivationsloch zu fallen. Das aber können sich weder die Spieler der Borussia noch die des TTC Fulda-Maberzell nach der Tischtennis-WM der vergangenen Woche leisten, denn sie stehen im Finale um die Deutsche Mannschafts-Meisterschaft. Heute ab 13 Uhr wollen die Düsseldorfer in der Fraport Arena von Frankfurt am Main ihre 29. Meisterschaft und damit den insgesamt 68. Titel eintüten. "Für die Vereine ist das Finale das Saisonhighlight schlechthin", betont Bundestrainer Jörg Roßkopf. "Vieles ist möglich. Insgesamt denke ich, dass das Endspiel jetzt ein komplett offenes Spiel ist. Daher haben Borussia und Fulda natürlich darauf gesetzt, dass ihre Spieler gut aus der WM und mit viel Selbstvertrauen nach Frankfurt kommen."

Für Borussias Timo Boll (Weltrangliste/WR 8) und Anton Källberg (WR 92) trifft das uneingeschränkt zu, denn sie lieferten dem Weltranglisten-Ersten und amtierenden Weltmeister Ma Long (China) jede Menge Gegenwehr und verloren gegen ihn jeweils etwas unglücklich mit 2:4 Sätzen. Stefan Fegerl (WR 19) schaffte bei der WM mit dem Sprung in die Runde der letzten 32 das, was er sich vorgenommen hatte. Sharath Kamal Achanta (WR 44) siegte bei den Titelkämpfen in den Düsseldorfer Messehallen genau wie Fegerl zweimal und war zufrieden. Kristian Karlsson (WR 32) hingegen gehört zu den Enttäuschten - er hatte sich mehr ausgerechnet als eine Erstrunden-Niederlage.

Timo Boll (36), hier bei der WM in den Messehallen, ist Borussias Schlüsselspieler im heutigen Finale in Frankfurt. FOTO: Andreas Krebs

Borussias Cheftrainer Danny Heister blickt jedenfalls optimistisch auf den Liga-Showdown. "Wenn wir die Sache genauso konzentriert angehen wie die letzten Liga-Spiele, sind wir sicher der Favorit. Außerdem spielen wir meistens gut gegen Fuldas Abwehrkünstler", erläutert der Niederländer. "Unsere Spieler sind nach der WM nicht in ein Loch gefallen und trainieren schon wieder sehr gut, die Form stimmt. Aber trotzdem müssen wir aufpassen."

Denn auch Fuldas Ruwen Filus (WR 24) und Jonathan Groth (WR 27) haben eine gute WM gespielt. "Bei der WM konnten Jonathan und ich eine Menge Selbstvertrauen tanken, sind uns aber bewusst, dass Timo ebenfalls sehr gut drauf ist", sagt Filus. "Unser Hauptaugenmerk wird in Frankfurt darauf liegen, die anderen beiden Düsseldorfer unter Druck zu setzen, sodass ein Timo Boll vielleicht gar nicht erst den Ausschlag geben kann. Vielleicht ist am Ende die Mannschaftsleistung entscheidend - und wir holen den Titel." Zur TTC-Mannschaft gehört noch Abwehrspezialist Wang Xi (WR 101).

Womöglich pfeift Filus da jedoch nur laut im dunklen Wald, denn die Mannschaft um Boll ist stark genug, die Favoritenrolle auch auf diesem Sektor bei den Düsseldorfern zu belassen. Manager Andreas Preuß weiß um die besondere Bürde des ersten Sieganwärters: Damit schlägt er sich als Spieler, Trainer und Manager schon seit Jahrzehnten herum. "Irgendwann werden wir auch gegen Fulda verlieren", orakelt Preuß. "Und natürlich gibt es nach einer langen Saison und einer harten WM-Vorbereitung einige leichte Blessuren. Aber die Jungs sind hochmotiviert, denn schließlich wollen wir uns für zehn Monate harter Arbeit mit dem Meistertitel belohnen. Ich freue mich auf ein großes Spiel."

Quelle: RP
 
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