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Kolumne
Fünf Argumente für die Tour de France in Düsseldorf

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Düsseldorf. Mit kommunalpolitischem Geplänkel ist Düsseldorf gerade dabei, eine große Chance zu vergeben. Wir zeigen fünf Argumente, warum die Tour de France 2017 unbedingt in die Landeshauptstadt kommen sollte. 

1. Es geht gar nicht um Radsport Sollte der Auftakt der Tour de France 2017 tatsächlich in Düsseldorf stattfinden, würde Folgendes passieren: Im Fernsehen, in den Zeitungen, im Internet würden weltweit sportinteressierte Menschen Bilder eines für sie relevanten Ereignisses sehen. Da die geplante Strecke unter anderem über den Rhein und durch die City führt, würden diese Menschen zugleich eine Stadt erleben, die schön am Wasser gelegen ist und einige sehr charmante Sehenswürdigkeiten bietet. Und genau darum geht es: Den Menschen, die Düsseldorf nicht kennen, ein, zwei Anhaltspunkte geben, die im Gedächtnis bleiben und sie dazu bringen, bei der Entscheidung für eine Städtereise Düsseldorf im Hinterkopf zu haben. Hauptstädte wie Berlin, London oder Amsterdam haben dies nicht so nötig, weil sie einen natürlichen Bonus besitzen. Alle anderen Großstädte eines Landes müssen sich aber prägnant profilieren, um für Touristen interessant zu sein. Aus eben solchen Beweggründen haben Göteborg und Sevilla Leichtathletik-Weltmeisterschaften ausgerichtet und Valencia über mehrere Jahre Formel-1-Rennen. Sie alle stehen bei der Suche nach einem Ziel für eine Kurzreise seitdem deutlich besser dar. Zum Vergleich: Die Stadt Utrecht hat es als Ausrichter des Tour-Auftakts in diesem Jahr auf 575 Stunden im internationalen Fernsehen gebracht.

2. Düsseldorf könnte seine Stärken ideal präsentieren Der Rhein ist einer der zwei Punkte, die einem Nichtkenner von Düsseldorf in Erinnerung bleibt. Das andere ist das Lebensgefühl. Es setzt sich zusammen aus Gemütlichkeit, Gastlichkeit und Glamour, aus Altstadt und Königsallee. Würde Düsseldorf passend zum Tour-Auftakt das Frankreich-Fest vorziehen und in der Stadt ein entsprechendes Rahmenprogramm bieten, wären auf den erwähnten Bildern in den Medien auch die anderen Stärken Düsseldorfs zu sehen. Es geht bei den touristischen Entscheidungen kaum um rationale Punkte, sondern vor allem ums Bauchgefühl. Und die Mischung aus Rhein und Rheinischem ließe sich am Rande des Rennens wirksam präsentieren und würde mittel- bis langfristig wirken. Köln hat sich erfolgreich als junge Stadt positioniert, Düsseldorf könnte als herzliche in Erinnerung bleiben.

Bilder: Greipel krönt sich zum Sprinterkönig FOTO: ap, PDJ TH

3. Doping spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle Betrug im Leistungssport soll hier ausdrücklich nicht verharmlost werden. Doping ist neben Korruption das schlimmste Gift für den professionellen Wettkampf - und Radrennen sind davon wie keine zweite Sportart betroffen. Das gilt für die Vergangenheit, die Gegenwart und auch 2017. Jetzt kommt das Aber: Das steht aber in keiner Verbindung mit Düsseldorf. Sollten Radsportler dopen, werden sie weder ihren Stoff bei Düsseldorfer Ärzten besorgen noch sich fröhlich dopend auf die Rheinuferpromenade setzen. Dopingfälle betreffen die gesamte Tour und die gesamte Sportart, nicht aber den einzelnen Austragungsort.

4. Es gibt keine Alternative Düsseldorf hat innerhalb weniger Jahre zwei Chancen, auf die andere Städte Dekaden lang warten. Die erste hat es schon ergriffen. Der Eurovision Song Contest hat der Stadt 2011 eine TV-Zuschauerzahl in dreistelliger Millionen-Höhe beschert und ihr so die Möglichkeit gegeben, sich als lebensfroher Gastgeber zu beweisen. Nun gibt es beste Aussichten, eine der am meist gesehenen Sportveranstaltungen auszurichten. Bei der Präsentation der Tour für das kommende Jahr hieß es in dieser Woche ausdrücklich, dass Deutschland 2017 Etappenort sein soll. Und Düsseldorf werden sehr gute Chancen eingeräumt. Vergleichbare Ereignisse gibt es für Düsseldorf nicht. Keine Leichtathletik-Titelkämpfe, kein Formel-1-Rennen, kein Fußball-Großereignis. Einzelne Box-Abende oder Qualifikationsspiele in irgendwelchen Ballsportarten mit 1500 Zuschauern sind in diesem Zusammenhang keine auch nur ansatzweise ernsthafte Alternative. Kurz: Wenn nicht dieses Ereignis, welches dann?

Das ist Thomas Geisel – OB in Düsseldorf FOTO: Endermann, Andreas (end)

5. Es geht um die Stadt, nicht um Politik Die Düsseldorfer FDP hat in dieser Woche beschlossen, gegen den Tour-Auftakt zu sein. Das ist nach dem bisher Gesagten für den Verfasser schwer nachvollziehbar, sei der Fraktion aber als konsequente Auslegung ihrer Rolle zugestanden. Letztlich muss sie nicht ausschlaggebend sein, wenn die beiden großen Parteien sich zu dieser Chance bekennen. In der SPD herrscht zwar Uneinigkeit, eine Mehrheit für Oberbürgermeister Thomas Geisel scheint dennoch sicher. Damit steckt die CDU in einem Dilemma: Sie hätte endlich einmal die Chance, erfolgreich Opposition zu betreiben und dem OB an prominenter Stelle eine Abstimmungspleite zu bescheren. Der große Verlierer eines solchen Verhaltens hieße aber nicht Geisel, sondern Düsseldorf.

Quelle: RP
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