1. Bundesliga 17/18
| 11.04 Uhr

Stöger-Nachfolger in Köln
Wer ist eigentlich Stefan Ruthenbeck?

Das ist Stefan Ruthenbeck
Das ist Stefan Ruthenbeck FOTO: dpa, nic
Köln. Bislang ist er nur "der Nachfolger" von Trainer Peter Stöger oder die "Interims-Lösung" des 1. FC Köln. Dabei hat Stefan Ruthenbeck (45) im Fußballgeschäft schon einiges erlebt, allerdings nicht sehr viel Gutes.

Bei den Zweitligisten VfR Aalen und SpVgg Greuther Fürth erinnert man sich womöglich nicht ganz so gern an die gemeinsame Zeit mit Stefan Ruthenbeck zurück. Die Württemberger stiegen mit ihm ab, bei den Franken wurde er im November 2016 mangels sportlicher Erfolge beurlaubt.

Als Spieler kam er nie über das Niveau eines Amateurfußballers hinaus, beendete seine aktive Zeit als Fußballer 2004. Und er entschied sich, Trainer zu werden. Er trainierte Teams beim VfR Aalen und bei Greuther Fürth. Im Juli 2017 zog es ihn in die Domstadt: Ruthenbeck übernahm die U19 beim "Effzeh".

Seit Sonntag bis Weihnachten hat er vorerst das Sagen bei den Profis. Dass er zuvor nach seinen Zweitliga-Jahren in Aalen und Fürth in den Jugendbereich ging, sei für ihn kein Rückschritt gewesen; vielmehr habe er sich als gebürtiger Kölner (19. April 1972) bewusst für das spannende Projekt entschieden, junge Talente für höhere Aufgaben fit zu machen.

Ruthenbeck ist Heavy-Metal-Fan. Er scheint den Profifußball einigermaßen entspannt zu erleben. Zumindest, das vertraute er dem Internetportal Spox an, müsse er nicht ständig in der Öffentlichkeit stehen und habe sich auch in der Karriereplanung keinen Druck gemacht.

Eines ist Ruthenbeck auch: Träger des Fair-ist-mehr-Preises des DFB. Den bekam er, weil er als Trainer seines damaligen Vereins TuS Mayen seine Spieler anwies, in der Oberligapartie gegen Waldalgesheim den Ausgleich der Gäste zum 3:3 zuzulassen.

Grund für diese ungewöhnliche Anweisung in der Saison 2009/10: Mayens Führung zum 3:2 war unter Verletzung des Fair-Play-Gedankens gefallen - und das wollte Ruthenbeck korrigieren. Mayen stieg später ab, weil zwei Punkte fehlten. "Wir haben die einzig richtige Entscheidung getroffen - auch wenn ich damals zwei schlaflose Nächte verbracht habe", ließ er seinerzeit wissen. Nun wird er die richtigen Entscheidungen in der Bundesliga treffen müssen – oder in der 2. Liga.

Fest steht: Ruthenbeck hat von Beginn an einen schweren Stand in Köln. Denn die Fans und selbst ehemalige Spieler wie Lukas Podolski hatten bis zuletzt gehofft, dass der Österreicher Peter Stöger, mit dem sich der 1. FC Köln nach Jahrzehnten wieder für das internationale Geschäft qualifizieren konnte, in Köln bleibt. Sein Rauswurf kommt dem "Ende eines Märchens" gleich. Der letzte Satz aber ist noch nicht geschrieben.

Der 1. FC Köln ist zwar noch nicht sicher abgestiegen. Große Illusionen, den Rückstand von elf Punkten auf Tabellenplatz 15 noch aufzuholen, macht sich aber in Köln kaum jemand. Das ist eine Chance für Ruthenbeck und seinen Assistenten Kevin McKenna. Auf sie wartet am Sonntag (13 Uhr) im Heimspiel gegen den SC Freiburg die erste Bewährungsprobe. 

(ball/lnw)
 
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