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Bayer Leverkusen
Völler kehrt mit Bayer 04 nach Rom zurück

Fotos: Klose und Lazio auf dem Weg in die Champions League
Fotos: Klose und Lazio auf dem Weg in die Champions League FOTO: dpa, kxt hm
Leverkusen. Die letzte Hürde vor dem Einzug in die Gruppenphase der Champions League ist für die Werkself eine hohe: Der Weg führt über Lazio Rom mit Miroslav Klose. Im DFB-Pokal ist Leverkusen heute zu Gast in Lotte. Von Stefanie Sandmeier

Michael Schade hinterließ nicht den Eindruck, als freue er sich über das Los. Der Geschäftsführer von Bayer 04 war im schweizerischen Nyon vor Ort, als die Qualifikations-Spiele zur Königsklasse ausgelost wurden - und nahm mit eher gequältem Lächeln zur Kenntnis, dass die Leverkusener mit Lazio Rom einen der schwerstmöglichen Konkurrenten erwischten.

Rudi Völlers Gemütszustand schwankte. Die Freude des Sportdirektors, dass Bayers Weg zur dritten Champions-League-Teilnahme in Folge über dessen alte Heimat Rom führt - hielt sich in Grenzen. "Für mich als halben Römer ist dieses Duell im ersten Moment eine tolle Geschichte. Rom ist die schönste Stadt der Welt", sagte der Weltmeister von 1990: "Leider spielen sie auch guten Fußball. Nicht nur AS Rom, sondern auch Lazio."

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Es sei "kein Zufall", dass Lazio im Vorjahr Dritter der Serie A wurde, erklärte Völler: "Sie haben sehr gut gespielt. Und man muss kein Experte sein, um zu wissen, dass sie zusammen mit AS Monaco die Teams im Topf waren, die sich mit uns auf Augenhöhe befinden. Die Chancen stehen bei 50:50."

Trainer Roger Schmidt nahm das Los mit sportlichem Humor. "Ein Schock? Nein, das ist kein Schock", entgegnete er: "Ich rechne bei solchen Sachen immer mit dem Schlimmsten. Das Duell hat sicher Achtelfinal-Charakter. Dass wir das Rückspiel zu Hause haben, ist aber positiv. Wir haben die Chance, uns durchzusetzen und wollen aus dieser Saison auf jeden Fall eine Champions-League-Saison machen."

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Das Hinspiel in Rom findet am Dienstag, 18. August, das Rückspiel in der BayArena am Mittwoch, 26. August, statt. Beide Spiele werden live im ZDF übertragen. Völler, der von 1987 bis 1992 das Trikot des Stadtrivalen AS Rom trug und mit einer Römerin verheiratet ist, weiß, dass auf die Leverkusener ein heißer Tanz wartet. Der heute 55-Jährige wechselte von Werder Bremen zum AS Rom und lernte dort den italienischen Fußball zu schätzen. "Ich hatte eine tolle Zeit", erklärte Völler. "Wenn es etwas gibt, was ich negativ in Erinnerung habe, dann die Stadtderbys und ihre Folgen. Bei allem Schönen, wenn man in Rom spielt: Wir mussten Angst haben, ein Derby zu verlieren. Da herrscht große Rivalität. Mein Bauchgefühl sagt mir daher, das in Rom auch Leverkusen die Daumen gedrückt wird."

Lazio, mit Weltmeister Miroslav Klose, schloss die vergangene Saison als Dritter ab. Der 37-jährige Angreifer geht mit Rom inzwischen in seine fünfte und möglicherweise letzte Saison. In 115 Spielen der Serie A traf er bisher 48 Mal, nun könnte er mit Lazio nach Auftritten mit Werder Bremen und Bayern München in die Champions League zurückkehren. "Ich bin stolz darauf, dass ich Miro zum Nationalspieler gemacht habe. Sein erstes Länderspieltor erzielte er auch noch in Leverkusen", erinnerte sich Völler. "Er ist ein toller Spieler und ein toller Junge, der normal geblieben ist."

Das beherrschende Thema Champions-League-Qualifikation lenkte gestern beinahe etwas ab vom aktuellen Tagesgeschäft. Bereits am Nachmittag reiste die Leverkusener Mannschaft nach Lotte, wo es für Bayer 04 heute (15.30 Uhr) im ersten Pflichtspiel dieser Saison um den Einzug in die zweite Runde des DFB-Pokals geht. Dort wartet mit den Sportfreunden Lotte und dem ehemaligen Leverkusener Keeper Benedikt Fernandez ein ambitionierter Viertligist.

Die Werkself trat die Fahrt neben den verletzten Tin Jedvaj und Ömer Toprak auch ohne den erkrankten Sebastian Boenisch und Heung-Min Son (Rotsperre) an. Das Innenverteidiger-Paar bilden damit Jonathan Tah und der gerade fit gewordene Kyriakos Papadopoulos. Ziemlich sicher wird das auch das Duo sein, das gegen Rom verteidigt.

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Bayer 04 sondiert seit einigen Tagen den Markt. Die Suche nach einem Abwehrspieler, der bezahlbar ist und sofort weiterhilft, ist allerdings nicht einfach. Völler ließ durchblicken, dass man überlege, die Lücke gegebenenfalls auch aus dem eigenen Kader zu füllen. Lars Bender, André Ramalho oder Nachwuchskraft Lukas Boeder können ebenfalls auf dieser Position spielen. In den nächsten Tagen soll Klarheit herrschen.

Quelle: RP
 
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