1. Bundesliga 16/17
| 11.36 Uhr

Lustiges Verbal-Duell der Torjäger
Aubameyang eröffnet die Jagd auf Lewandowski

Borussia Dortmund: Pierre-Emerick Aubameyang jagt Robert Lewandowski
FOTO: dpa, a hpl
Dortmund/München. Drei Tore Lewandowski, zwei Treffer Aubameyang. Für die Toptorjäger geht es zum Saisonstart gut los. Und via Twitter liefern sie sich ein amüsantes Verbal-Duell. Der BVB-Star fordert Bayerns Stürmer heraus. Auch Mats Hummels mischt sich ein.

Pierre-Emerick Aubameyang lachte und feixte auf dem Weg in die Kabine. Doch kaum hatte der Torjäger von Borussia Dortmund sie nach seinem doppelten Tor-Salto zum Bundesliga-Start verlassen, traf auch schon die Antwort auf seine ersten Saisontreffer ein. Sie kam vom Torschützenkönig persönlich. "Lewy gegen Aubameyang 3:2!", schrieb Bayern Münchens Starstürmer Robert Lewandowski bei Twitter. Dahinter setzte er ein Augenzwinkern.

Die beiden herausragenden Angreifer der Fußball-Bundesliga schätzen sich, sie studieren die Leistung des Rivalen – und nun liefern sie sich auch noch ein Privatduell im Internet. Aubameyang hatte sich die Motivation für das 2:1 (1:0) gegen den FSV Mainz 05 noch am Freitagabend vor dem Fernseher geholt: Er sah, wie Lewandowski gegen Werder Bremen (6:0) drei Tore vorlegte.

"Robert hat mich inspiriert", berichtete der Gabuner nun, und er verkündete strahlend: "The race is on!" Das Rennen ist eröffnet. Das hatte er selbstverständlich auch schon via Twitter verkündet – mit dem Zusatz: "Wow, ein Hattrick!"

Es scheint also, als würden sich die besten Torschützen der Vorsaison nach dem jüngsten 30:25 für Lewandowski wieder um die Torjägerkanone streiten. Ob der BVB es allerdings darüber hinaus mit dem FC Bayern aufnehmen kann, ist fraglich.

Der Aufbruch nach dem großen Umbruch verlief für die Dortmunder erfolgreich, aber auch sichtbar holprig. Trainer Thomas Tuchel lachte während der Pressekonferenz über die Einschätzung seines Mainzer Kollegen Martin Schmidt, der BVB sei eine Pass- und Angriffsmaschine. "Wir waren eher ein Angriffsmaschinchen und ein Passmaschinchen", sagte er. Seiner Mannschaft habe schlicht noch der Mut zum Risiko gefehlt: "Es war aber ein perfekter Start, um alles einzuschleifen."

Und beim Schleifen, da glänzte es hier und da auch schon. Besonders Ousmane Dembélé, der unverschämt schnelle Rechtsaußen, und André Schürrle ließen erahnen, was möglich sein könnte, wenn sich diese Mannschaft erst eingespielt hat. "Es macht schon im Training überhaupt keinen Spaß, gegen Ousmane zu verteidigen", berichtete der neue BVB-Kapitän Marcel Schmelzer. Bald dürfte es vielen Abwehrspielern ähnlich gehen.

Am Samstag wirkte der neue BVB bei Bullenhitze aber noch etwas gehemmt, es gelang ihm nicht, die Fesseln zu sprengen. "Es war alles noch sehr auf Fehlervermeidung angelegt", sagte Tuchel, "beim 0:2 im Supercup gegen Bayern haben wir mit mehr Freiheit gespielt, mit mehr Gefühl fürs Risiko."

Die Rädchen griffen noch nicht richtig ineinander. Dembélé wird der Trainer beibringen müssen, den Ball im richtigen Moment und auch sinnvoll wieder loszuwerden. "Wir lernen uns gerade kennen. Wir müssen seine Dribblings besser nutzen", sagte Tuchel.

Gute Ansätze zeigten auch Marc Bartra, der in der Innenverteidigung überzeugte, und Sebastian Rode vor der Abwehr, spät wurde vor 81.360 Zuschauern noch Europameister Raphael Guerreiro eingewechselt.

Für die Tore aber war ein alter Bekannter zuständig: Aubameyang. Er traf nach einer Flanke von Schürrle in der 17. Minute, dann verwandelte er den Foulelfmeter, den Schürrle herausgeholt hatte (89.). "Lewandowski hat drei Tore, ich zwei", sagte er zum Abschied. The race is on.

(dpa)
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