1. Bundesliga 16/17
| 19.45 Uhr

Torjäger a.d.
Szalai: "Bruchweg-Boy" haut nicht mehr auf die Pauke

Rotsünder Szalai schießt Neuer aus vier Metern an
Rotsünder Szalai schießt Neuer aus vier Metern an FOTO: dpa, nar kno
Im Trikot des FSV Mainz 05 war Adam Szalai noch ein gefürchteter Torjäger. Seit seinem Weggang aus Rheinhessen befindet sich der Ungar in Diensten von 1899 Hoffenheim auf sportlicher Talfahrt.

Es ist erst fünf Jahre her, da war Adam Szalai noch ein gefeiertes Mitglied der "Bruchweg Boys". Beim Musik-Jubel der Mainzer Jungstars mimte der Ungar den Schlagzeuger, Lewis Holtby war der Sänger, und Andre Schürrle gab den Gitarristen. Doch die guten alten Zeiten im Trikot des Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05 sind für Szalai längst vorbei. Der 27-Jährige, der mittlerweile sein Geld bei 1899 Hoffenheim verdient, ist seit Monaten von der großen Bühne verschwunden.

Das bisher letzte erfolgreiche "Konzert" Szalais liegt schon eine ganze Weile zurück. Im Dezember 2014 traf er beim 3:2 (1:0) über Eintracht Frankfurt zuletzt ins gegnerische Tor. Und es ist gut möglich, dass so schnell kein weiteres Tor für den als Fehleinkauf abgestempelten Angreifer hinzukommt.

Szalai steht bei den Hoffenheimern auf dem Abstellgleis. Trainer Markus Gisdol legt keinen Wert mehr auf den Angreifer, der im Sommer des vergangenen Jahres noch sein Wunschstürmer war und für sechs Millionen Euro vom Ligarivalen Schalke 04 verpflichtet wurde. Szalai, der im Hoffenheimer Trikot lediglich vier Tore in der vergangenen Spielzeit erzielte, stand in dieser Saison noch nicht einmal im Kader des Klubs von Mehrheitseigner Dietmar Hopp.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Kraichgauer ihren üppig verdienenden Torjäger außer Dienst (angeblich drei Millionen Euro pro Jahr) im Sommer gerne von der Gehaltsliste bekommen hätten. So wie es die Schalker, die für Szalai vor rund zwei Jahren acht Millionen Euro an Mainz überwiesen und den Stürmer mit einem Vierjahresvertrag ausgestattet hatten, zuvor geschafft haben.

Deshalb wäre es beinahe zu einem Comeback des "Bruchweg-Schlagzeugers" in Mainz gekommen. Kurz vor Ende der Transferperiode machten Gerüchte die Runde, wonach die Rheinhessen an einer Verpflichtung Szalais als Ersatz für den nach England abgewanderten Shinji Okazaki interessiert wären.

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Der FSV entschied sich jedoch für den Kolumbianer Jhon Cordoba. Szalai blieb in Hoffenheim, wo er noch drei Jahre unter Vertrag steht. Doch obwohl die TSG in Anthony Modeste und Sven Schipplock zwei Stürmer abgegeben hat, wird für Szalai auch zukünftig kein Platz im Team sein. An den Neuzugängen Kevin Kuranyi, Mark Uth und Eduardo Vargas sowie Platzhirsch Kevin Volland kommt der gebürtige Budapester nicht vorbei.

Dagegen war Szalai in Mainz trotz seiner bekannten technischen Schwächen unter Trainer Thomas Tuchel gesetzt. Insgesamt 24 Tore in 85 erzielte der Angreifer im FSV-Trikot, bevor er zu den Königsblauen wechselte und seine sportliche Talfahrt begann.

Szalai selbst schweigt übrigens seit Wochen beharrlich. Weder zur Kritik in den Medien noch zu seiner derzeitigen Situation oder seiner Zukunft hat der Nationalspieler bisher ein Wort verloren. Aber auch bei den "Bruchweg-Boys" war er schließlich nicht für den Gesang zuständig...

(sid)
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