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Drittteuerster deutscher Spieler
Mustafi will "Weltmeister-Tradition rechtfertigen"

Fotos: Shkodran Mustafi – No-Name, Europa-Bummler, Weltmeister
Fotos: Shkodran Mustafi – No-Name, Europa-Bummler, Weltmeister FOTO: dpa, as ss hpl
Erst Kapitän Per Mertesacker würdig vertreten, dann mit ihm zusammen ein echtes Bollwerk bilden: Als dritter Weltmeister und drittteuerster deutscher Fußballer startet Shkodran Mustafi das Abenteuer beim FC Arsenal.

Diese beiden Stempel bedeuten für den 24-Jährigen sowohl Gütesiegel als auch Herausforderung.

"Ich werde auf jeden Fall alles dafür geben, die deutsche Weltmeister-Tradition bei Arsenal zu rechtfertigen, die Lukas Podolski begonnen hat", sagte Mustafi dem SID im Lager der Nationalmannschaft in Düsseldorf. 41 Millionen Euro hat der gebürtige Hesse mit albanischen Eltern gekostet.

Nur Mesut Özil bei seinem Wechsel zu den Gunners 2013 und Leroy Sané beim Transfer vor wenigen Wochen zu Manchester City waren mit je 50 Millionen teurer. Auf diese 50 Millionen war auch Mustafis Ausstiegsklausel eigentlich festgelegt, weswegen sich die Verhandlungen lange hinzogen. Immerhin 200.000 Euro Ausbildungsentschädigung reklamiert im Übrigen Mustafis Jugendklub, der SV Rotenburg an der Fulda, für sich.

Dass Arsenal so viel Geld für ihn ausgab, "zeigt für mich das Vertrauen und die Wertschätzung von Arsenal", betonte Mustafi: "Und natürlich auch die Erwartungen in mich. Aber deswegen bin ich hier. Ich freue mich auf die Herausforderung in der Premier League." Arsenal ist für ihn nach dem FC Everton, Sampdoria Genua und dem FC Valencia bereits die vierte Station im Ausland.

Doch auch diese geht er ohne Angst an. Obwohl die Rückkehr nach England für Mustafi in vielerlei Hinsicht ein Einschnitt ist. Nach der Rolle als Führungsspieler in Valencia muss er sich in London diesen Stellenwert wieder erarbeiten. Von seinem langjährigen Berater Ali Bulut hat er sich getrennt, den Transfer realisierten Vater Kujtim und Özil-Berater Erkut Sögüt.

Und erstmals steht er als Deutscher nicht alleine da. Nach Özil und dem verletzten Mertesacker ist er der dritte aktuelle Weltmeister bei den Gunners. "Das zeigt den Stellenwert von Arsenal und auch die Attraktivität der Premier League", betonte Mustafi.

Er werde nun "zuerst einmal mein Bestes geben, um Per während seiner Verletzungspause gut zu ersetzen. Danach werden wir uns gut ergänzen". Dass er mehrere deutsche Ansprechpartner hat - dazu gehört auch der für 45 Millionen Euro aus Mönchengladbach gekommene Schweizer Granit Xhaka - helfe ihm bei sicher. "Es ist super, dass ich schon einige Spieler wie Mesut, Per oder Granit gut kenne. Das macht den Start leichter", betonte Mustafi: "Aber ich komme gut zurecht und muss auch nicht unbedingt Deutsch hier in London sprechen."

Da der Wechsel erst kurz vor Schließung des Transferfensters besiegelt wurde und er bis Mitte nächster Woche noch bei der Nationalmannschaft weilt, wird die Eingewöhnung an Umfeld und System ein Crashkurs. Wichtig für Mustafi war, dass die Gunners in der Champions League spielen, wogegen Valencia nicht einmal in der Europa League vertreten ist.

Doch im besten Fußballer-Alter braucht er den Vergleich mit den Besten. Auch mit Blick auf die Nationalmannschaft. Im Moment bildet Mustafi zusammen mit Antonio Rüdiger (23) die lauernde Generation hinter den Platzhirschen Mats Hummels und Jerome Boateng (beide 27). Doch die nächste Generation rückt in Person von Niklas Süle und Jonathan Tah (beide 20) schon wieder nach.

Dazwischen will Mustafi seinen Status festigen. Als nächster Weltmeister bei den Gunners und drittteuerster Deutscher stehen die Chancen nicht schlecht.

(sid)
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