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Erneute Kritik an Scharapowa
Kerber hätte Wildcard an Görges vergeben

Porträt: Maria Scharapowa – Tennis-Ikone und Doping-Sünderin
Porträt: Maria Scharapowa – Tennis-Ikone und Doping-Sünderin FOTO: dpa, bwe jhe
Stuttgart. Die Weltranglisten-Zweite Angelique Kerber hat beim WTA-Tennisturnier in Stuttgart ihre Kritik an der Wildcard für Maria Scharapowa erneuert.

"Es ist eine merkwürdige Situation für alle", sagte die 29 Jahre alte Kielerin. "Wäre es meine Entscheidung gewesen, hätte ich die Wildcard an Julia vergeben. Am Ende ist es die Entscheidung des Turniers. Es sind die Regeln. Sie hat ihre Sperre abgessen. Das müssen wir akzeptieren."

Julia Görges hatte am vergangenen Wochenende die deutschen Fed-Cup-Damen in der Relegation gegen die Ukraine vor dem Abstieg gerettet. Eine Wildcard bekam die Turniersiegerin von 2011 nicht.

Die 30-jährige Scharapowa wird nach ihrer 15-monatigen Dopingsperre am Mittwoch in Stuttgart auf die Tennis-Tour zurückkehren. Bei den Australian Open 2016 war die Russin positiv auf Meldonium getestet worden. "Ich weiß nicht, wie gut sie drauf ist", sagte Kerber. "Deshalb bin ich gespannt, wie sie zurückkommt. Ich habe keinen Kontakt zu ihr." Scharapowa trifft in der ersten Runde auf die Italienerin Roberta Vinci.

Kerber wehrte sich zudem gegen Kritik an ihrer mentalen Verfassung in der laufenden Saison. "Ich habe letztes Jahr gezeigt, dass ich mit Druck umgehen kann. Das ist nicht das Problem. Ich sammle noch immer neue Erfahrungen", sagte die Titelverteidigerin und meinte: "Es gibt immer Aufs und Abs. Die Leidenschaft und der Spaß sind wieder da. Ich bin bereit, die Herausforderung auf Sand anzunehmen."

Die zweimalige Grand-Slam-Siegerin Kerber, die bislang ein durchwachsenes Jahr spielt, zeigte sich "überrascht und irritiert" von einigen Aussagen in den letzten Wochen.

Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner zum Beispiel hatte im SID-Interview vor der Play-off-Partie gegen die Ukraine (3:2) am vergangenen Wochenende in Stuttgart gesagt: "Ich hatte das Gefühl, Angie ist nicht mit Freude dabei. Der Druck erschlägt sie richtig."

Die topgesetzte Kerber hat in der ersten Runde des mit rund 715.000 Euro dotierten Events ein Freilos und spielt am Donnerstag (18.30 Uhr/Sport1) im Achtelfinale gegen Kristina Mladenovic (Frankreich) oder Mirjana Lucic-Baroni (Kroatien). In den vergangenen beiden Jahren hatte die Kielerin das Turnier gewonnen.

(dpa/sid)
 
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