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Fluggesellschaft baut aus
Lufthansa stellt 8000 Mitarbeiter ein

Lufthansa will 2018 weltweit 8000 Mitarbeiter einstellen
Eine Boeing 747 der Lufthansa landet auf dem Flughafen in Frankfurt, während ein Airbus A-380 zum Gate rollt. FOTO: dpa, brx lof rho
Düsseldorf. Aktuell sind Flugpreise hoch, weil Air Berlin aufgeben musste. Aber Eurowings plant eine Reihe neuer Strecken ab Düsseldorf. Beim Air-Berlin-Ableger Walter gibt es derweil für neue Piloten Antrittsprämien von 12.000 Euro. Von Reinhard Kowalewsky

Angeführt von Lufthansa und ihrem Ableger Eurowings fahren viele Fluggesellschaften ihre Kapazitäten hoch, um das weggebrochene Angebot von Air Berlin nach und nach auszugleichen. Zugleich steigen die Preise für viele Flugtickets und Bahnreisen in Deutschland. Kunden, die bislang Air Berlin nutzten, müssen sich nach dem Ende der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft nach Alternativen umsehen.

So gibt es zum Beispiel bei der Deutschen Bahn am 27. November am Vormittag keine Spartickets mehr für durchgehende ICE-Züge von Düsseldorf nach Nürnberg. Wer keine Bahncard hat, muss also 250 Euro zahlen. Der Grund für die hohen Preise ist, dass drei tägliche Air-Berlin-Flüge vom Rhein nach Nürnberg weggefallen sind - entsprechend begehrt sind Reisemöglichkeiten per Schiene und bei der meistens noch teureren Eurowings.

1000 neue Flüge innerhalb Deutschlands

Aktuell würden jeden Tag 60.000 Sitzplätze in Flugzeugen fehlen, erklärt Lufthansa-Chef Carsten Spohr in der "Bild". Nun hofft er, von der Europäischen Union möglichst bald grünes Licht für die Übernahme von großen Teilen von Air Berlin zu erhalten. Die EU-Kommission müsste eigentlich bis Ende November entscheiden, ob sie das Geschäft freigibt. Dann würde Eurowings jeden Monat alleine 1000 neue Flüge innerhalb Deutschlands ins Programm aufnehmen, kündigt Spohr an. Dies wären pro Tag rund 30 Verbindungen. Spohr sagt: "Ich kann versprechen, dass mit neuen innerdeutschen Flügen wieder stabile Preise kommen. Wir als Lufthansa wollen ja nicht die deutschen Verbraucher gegen uns aufbringen."

Dabei hat Eurowings bereits festgelegt, auf welchen Strecken es zuerst neue Angebote geben wird. Erste Priorität ab Düsseldorf haben die Routen nach Sylt, Bologna, Florenz und Stuttgart, weil diese Strecken ganz alleine von Air Berlin beflogen worden waren. Nach Bologna, Florenz und Stuttgart geht es am 15. Januar los, ebenso nach Kopenhagen, wohin Eurowings bisher nicht flog. Sylt steht ab dem 19. Januar auf dem Programm.

Ungewöhnliches wagt der Billigflieger auf der Strecke nach München: Obwohl Mutterkonzern Lufthansa bereits Flüge zum dortigen Großflughafen anbietet, gibt es ab 15. Januar täglich drei Flüge von Eurowings als Ersatz für den bisher einzigen Wettbewerber Air Berlin.

Vormittags, 8.45 Uhr, wenn viele Manager reisen, kostet das günstige Ticket bei Eurowings 129,99 Euro, doch mittags ist ein Flug für 29,99 Euro möglich. "Ein kluger Schachzug" meint ein Branchenkenner, "man schreckt die Konkurrenz mit diesem zweiten Angebot nach München ab. Und man entkräftet die Sorge vor steigenden Preisen auf nun allein kontrollierten Strecken."

Keine Preisabsprachen

Auch auf den Routen von Frankfurt und von München nach Berlin wird Eurowings als Konkurrenz zu Lufthansa antreten. Spohr behauptet, die Preise würde nicht abgesprochen. Lufthansa insgesamt wird nächstes Jahr 8000 neue Kollegen weltweit einstellen, erklärt Spohr. Bekanntermaßen sollen 3000 bei Eurowings starten.

Damit die Expansion von Eurowings halbwegs gut gelingt, müssen schnell neue Mitarbeiter gefunden werden. Rund 1300 von ihnen will Eurowings direkt einstellen. 830 sollen mit dem Air-Berlin-Ableger Niki hinzukommen. Aber 870 sind eingeplant als neue Kollegen von der Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW), die als zweiter Air-Berlin-Ableger zu Eurowings wechseln soll.

Rund 400 Stellen hat die Luftfahrtgesellschaft Walter noch offen. Damit sich viele Kollegen von Air Berlin bewerben, gibt es nun 12.000 Euro an Prämie für die jeweils ersten 25 Co-Piloten, Kapitäne und Stewardessen, die einen Arbeitsvertrag bei der weniger gut zahlenden LGW annehmen.

Quelle: RP
 
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