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Präsidenten treffen sich in Paris
Putin ruft Macron zum Kampf gegen den Terror auf

Paris: Wladimir Putin ruft Emmanuel Macron zum gemeinsamen Kampf gegen den Terror
Emmanuel Macron (rechts) und Wladimir Putin beim Shake-Hands für die Fotografen. FOTO: ap, VG
Paris. Russland und Frankreich wollen nicht nur im Kampf gegen den Terrorismus zusammenarbeiten. Auch in die Verhandlungen um den Konflikt in der Ukraine soll neuer Schwung kommen. Das sagten die Präsidenten der beiden Länder nach einem Treffen in Paris.

Dabei hat Wladimir Putin Frankreich zum gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus aufgerufen. Er habe seinem Kollegen Emmanuel Macron vorgeschlagen, eine gemeinsame Arbeitsgruppe zu gründen, die sich in Moskau und Paris treffe, sagte Putin bei einem Besuch in Versailles.

Zugleich stärkte er indirekt seinem engen Verbündeten Syrien den Rücken. "Es ist unmöglich, gegen die Terrorgefahr zu kämpfen, indem man die Staatlichkeit in Ländern zerstört, die ohnehin schon unter innenpolitischen Problemen und Widersprüchen leiden", sagte Putin bei seinem ersten Treffen mit Macron.

Macron warnte derweil vor weiteren Chemiewaffeneinsätzen in Syrien. Frankreich werde für jede derartige Aktion Vergeltung üben, sagte er. Ein weiterer Chemiewaffeneinsatz sei eine "rote Linie" für Frankreich. Er glaube, dass Russland und Frankreich in Syrien zusammenarbeiten und ihre Partnerschaft im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat verstärken könnten.

Russland unterstützt die syrische Regierung im Bürgerkrieg militärisch. Frankreich und der Westen fordern eine politische Zukunft Syriens ohne Präsident Baschar al-Assad. Putin meinte, in manchen Punkten zum Syrien-Konflikt stimmten Frankreich und Russland überein. Dies sei eine Grundlage, die Zusammenarbeit zwischen Moskau und Paris intensiver zu gestalten.

Zusammenarbeit im Ukraine-Konflikt

Zudem streben Frankreich und Russland im Friedensprozess für die krisengeschüttelte Ukraine ein baldiges Treffen im sogenannten Normandie-Format an. In dieser informellen Gruppe sind auch Deutschland und die Ukraine vertreten. Macron kündigte dies nach dem Treffen mit Putin an.

Es gebe den Willen, im Rahmen der Friedensvereinbarung von Minsk zu einer Deeskalation des Konflikts zu kommen, sagte Macron. Der Plan wurde im Februar 2015 unter Vermittlung von Macrons Amtsvorgänger François Hollande und Kanzlerin Angela Merkel ausgehandelt.

Weder die mehrfach erklärte Waffenruhe noch der Abzug von schwerem Kriegsgerät sind aber bisher umgesetzt. Seit mehr als drei Jahren bekämpfen sich Regierungseinheiten und von Moskau unterstützte Separatisten. Nach UN-Schätzungen sind etwa 10.000 Menschen getötet worden.

(felt/dpa)
 
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