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Eingreifen in Bürgerkrieg
Erdogan könnte "die Geduld mit Syrien verlieren"

Fotos: Erdogan – vom Häftling zum Ministerpräsidenten
Fotos: Erdogan – vom Häftling zum Ministerpräsidenten FOTO: AP
Istanbul. Die Türkei hat mit einem Eingreifen in Syrien gedroht. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte am Donnerstag in Istanbul, irgendwann werde das Land die Geduld verlieren. Dann werde die Türkei gezwungen sein, aktiv zu werden - zum Beispiel mit einer Öffnung der Grenzen. 

Zugleich warf Erdogan dem Iran vor, an "gnadenlosen Massa kern" beteiligt zu sein. Die Vereinten Nationen müssten mehr tun, um eine "ethnische Säuberung" in dem Bürgerkriegsland zu verhindern.

Zudem bestätigte Erdogan am Donnerstag die Echtheit eines Gesprächsprotokolls, in dem er mit der Öffnung der Grenzen zur EU gedroht hatte: "Wir können die Türen nach Griechenland und Bulgarien jederzeit öffnen, und wir können die Flüchtlinge in Busse stecken", so Erdogan laut dem Protokoll eines Gespräch mit EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und Ratspräsident Donald Tusk im November bei Antalya.

"Manche versuchen uns anzugreifen, indem sie die Aufzeichnungen dieses Gesprächs veröffentlichen", sagte Erdogan in Ankara. "Das veröffentlichte Protokoll ist für uns keine Schande, sondern eigentlich ein Entlastungsdokument. Allah führt die Arglist der Verräter nicht zum Erfolg." Die EU und die Türkei hatten sich Ende November auf einen Aktionsplan in der Flüchtlingskrise geeinigt.

Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien sind fast eine halbe Million Menschen ums Leben gekommen. Millionen sind auf der Flucht. Viele von ihnen haben sich in der Türkei in Sicherheit gebracht. Derzeit bereite sich die Türkei auf die Ankunft von weiteren Flüchtlingen vor, die durch Luftangriffe vertrieben worden seien, sagte Erdogan.

(REU)
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