1. Bundesliga 16/17
| 11.42 Uhr

Aubameyang geläutert
Bitte viermals um Entschuldigung

Tuchel und Aubameyang haben sich wieder lieb
Tuchel und Aubameyang haben sich wieder lieb FOTO: afp, crj
Hamburg/Düsseldorf. Pierre-Emerick Aubameyang ist zurück. Und wie. Vier Tore erzielte der Stürmer aus Gabun beim 5:2-Erfolg von Borussia Dortmund in Hamburg. Es war eine ziemlich überzeugende Reaktion auf die vereinsinterne Sperre, die er unter der Woche beim Champions-League-Spiel gegen Sporting Lissabon auf der Tribüne abgesessen hatte. Von Robert Peters

"Ich habe eingesehen, dass ich mit meinem Trip nach Mailand einen Fehler gemacht habe", sagte Aubameyang, "und ich wollte mich bei der Mannschaft und vor allem beim Trainer entschuldigen." Derartige Entschuldigungen nehmen Kollegen und Funktionäre natürlich gern an.

Die Hamburger Abwehr, allen voran der sonst so untadelige Torwart René Adler, leistete sehr freundliche Beihilfe zur Rehabilitation des Dortmunder Torjägers. Mindestens zwei seiner Treffer fielen in die Kategorie "nicht ganz so schwierig". Aubameyang durfte aber in jedem Fall für sich in Anspruch nehmen, im richtigen Moment an der richtigen Stelle gestanden zu haben.

Uwe Seeler beherrschte diese Kunst zu seinen Zeiten von der Mitte der Fünfziger bis zu den frühen Siebziger Jahren ebenfalls ziemlich gut. Umso enttäuschter war das große HSV-Idol über die Vorstellung der Nachfolger, die sich ausgerechnet an Seelers 80. Geburtstag noch tiefer in den Keller der Tabelle begaben. "Ich hätte mir ein paar Geschenke weniger für die Dortmunder gewünscht", sagte er.

Aubameyangs Viererpack in Hamburg FOTO: rtr, FBI

Mit dem Wünschen ist das allerdings so eine Sache. Die immer noch überaus stattliche Schar der HSV-Fans wünscht sich schon seit Jahren, dass ihr Klub dem großen Namen und den großen Ansprüchen große Taten folgen lässt. Davon ist weniger denn je zu erkennen. Den ersten Trainer (Bruno Labbadia) haben die Hamburger bereits auf die Straße gesetzt, doch der Nachfolger Markus Gisdol macht auch nicht gerade durch eine Serie beeindruckender Erfolge auf sich aufmerksam. Schon gar nicht in der Bundesliga.

Seit fünf Meisterschaftsspielen trägt Gisdol die Verantwortung. Die Ergebnisse: 0:2, 0:0, 0:3, 0:3, 2:5. Wer sich bereits über die Tatsache freuen kann, dass es bei der erneut ernüchternden Schlappe gegen Dortmund die ersten beiden Bundesliga-Tore der HSV-Ära Gisdol gab, der besitzt Talent zum Kabarettisten. Gisdols Einschätzung ist fachkundiger. "Spätestens ab heute müssen die Träumereien aufhören. Die Realität heißt mit unserer Mannschaft Existenzkampf", stellte er fest. Das kennt der Hamburger Fan nun schon.

BVB findet Anschluss

Die Dortmunder Anhänger bewegen sich in anderen Regionen. Auch wenn ihr Team in der Liga einen kleinen Durchhänger verzeichnete, ist der BVB vor allem offensiv ein Ereignis – wenn nicht gerade zehn Stammspieler fehlen. Der Vizemeister der vergangenen Saison findet wieder Anschluss nach oben, und er wird in der Länderspielpause Kräfte sammeln können. "Wir sind sehr zufrieden", erklärte Trainer Thomas Tuchel, "wir haben das dringend gebraucht."

Er freute sich nicht nur über die Tatsache, dass sein bester Stürmer ein ganz persönliches Schützenfest auf dem Rasen des Hamburger Volksparkstadions feierte. "Vier Tore", sagte Tuchel, "sprengen jede Erwartungshaltung, es ist fantastisch, einen Spieler wie Auba zu haben." Mindestens ebenso begeistert war der Coach aber auch davon, dass Aubameyang seine Treffer öffentlich mit dem Trainer an der Seitenlinie feierte. "Das war eine sehr schöne Geste", urteilte Tuchel. Er sah richtig gerührt aus.

Quelle: RP
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