| 20.19 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Schuberts Team lässt sich gegen Hoffenheim von nichts beirren

Gladbach - Hoffenheim: Einzelkritik
Gladbach - Hoffenheim: Einzelkritik FOTO: dpa, mb fpt
Mönchengladbach. Borussia Mönchengladbach hat nach dem 3:1 gegen die TSG Hoffenheim die Renaissance des Von-Spiel-zu-Spiel-Denkens eingeläutet. Am 31. Spieltag war das Team von Trainer André Schubert der große Gewinner, weil Hertha BSC, der FSV Mainz und der FC Schalke allesamt Niederlagen kassierten. Von Jannik Sorgatz

Als Andrej Kramaric in der 54. Minute der Anschlusstreffer gelang, dürfte den Borussen gar nicht klar gewesen sein, in was für einer seltenen Konstellation sie sich befanden. Schon oft hat die Mannschaft unter Trainer André Schubert mit zwei Toren geführt, sogar auswärts, aber einen klassischen Anschlusstreffer – also die Verringerung des Vorsprungs von zwei Tore auf eins – hatte sie bislang nur im September beim VfB Stuttgart zugelassen. Auch damals gewann Gladbach 3:1, zitterte aber deutlich länger.

Um diese Situation zu beschreiben, musste sich Schubert also anderer Beispiele bedienen. Der 44-Jährige hatte das 2:3 zwischen Schalke 04 und Bayer Leverkusen im Sinn. "Dass alle Spiele momentan auf des Messers Schneide stehen, hat man am Samstagabend gesehen", sagte Schubert. "Es kann immer schnell kippen." Leverkusen wandelte einen Zwei-Tore-Rückstand in sechs Minuten in eine Führung um.

Nico Elvedi leitet Gegentreffer ein

Am Sonntag jedoch kippte gar nichts. Bevor die Borussia darüber nachdenken konnte, ob sie vielleicht wackeln würde, drückte sie vehement auf das 3:1. Oscar Wendt vergab einen gefühlten Elfmeter noch fahrlässig. Sieben Minuten nach Kramaric' Treffer behielt dann André Hahn allein vor Oliver Baumann die Nerven. 

Und so erfreute sich Schubert der psychologisch-pädagogischen Bedeutung des erstes Heim-Gegentores seit dem 5. Februar. "Ich habe Nico Elvedi gesagt, dass es in gewisser Weise ein super Fehler war", meinte Schubert, "weil er nicht in dem Sinne bestraft wurde, dass er uns Punkte gekostet hätte." Der junge Schweizer hatte einen kapitalen Fehlpass in die Beine von Kramaric gespielt.

Gladbach ließ gerade so viel zu, dass es nie fahrlässig wurde. Keeper Yann Sommer war angesichts von 14 Hoffenheimer Torschüssen jedoch alles andere als beschäftigungslos. Zwei Glanzparaden zeigte der Schweizer und damit machte auch er seine schwache Leistung vergangene Woche in Hannover wett. "Wir haben das Spiel fast über 90 Minuten im Griff gehabt. Wir haben ihnen ein Tor geschenkt, aber ansonsten war es eine sehr gute Mannschaftsleistung von uns", zog Sommer sein Fazit fürs ganze Team.

"Nach Hannover war es einfach, zu analysieren, was wir falsch gemacht haben. Wir konnten nur nicht erklären, warum wir es falsch gemacht haben", sagte Schubert, nachdem er noch einmal auf eines der schwächsten Spiele dieser Saison angesprochen worden war. "Es war gut, dass wir eine lange Trainingswoche hatten, in der wir vieles korrigieren konnten. Das haben wir schnell auf den Platz bekommen, hatten viele gute Chancen und hätten sogar noch mehr Tore machen können."

Nächster Gegner: FC Bayern München

Trotzdem geht die Borussia mit einer Tordifferenz von +14 in die letzten drei Spiele. Hertha BSC hat +2, Mainz 05 ebenfalls +2, Schalke sogar nur -3. Das erlaubt eine relativ einfache Rechnung: Holt Gladbach noch sechs Punkte, ist der fünfte Platz sicher. Gewinnt Hertha gleichzeitig nur noch einmal, winkt sogar der vierte Platz.

"Es bringt uns nichts, auf die Tabelle zu schauen. Wir haben noch drei sehr schwere und interessante Spiele vor uns", sagte Sommer, der wie seine Teamkollegen und sein Trainer eine Art Renaissance des Von-Spiel-zu-Spiel-Denkens aus der Ära Favre einläutete. "Alle können gerne über Tabellenplätze diskutieren, aber wir konzentrieren uns auf unsere Spiele. Das haben wir heute gemacht und das werden wir nächste Woche tun", sagte Schubert.

Kommende Woche geht es zum FC Bayern, der mit einem Sieg den vierten Titel in Folge klarmachen kann, drei Tage vorher aber im Champions-League-Halbfinale bei Atletico Madrid gefordert ist und schon drei Tage nach dem Gladbach-Spiel denselben Gegner zum Rückspiel empfängt. "Ich hoffe, dass wir keine Meisterfeier erleben. Wir werden alles tun, damit wir da auch etwas mitnehmen", sagte Kapitän Granit Xhaka und gab die Marschroute vor.

Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Borussia Mönchengladbach der große Gewinner am 31. Spieltag


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.