1. Bundesliga 16/17
| 21.41 Uhr

Eine Maß statt drei
Dämpfer gegen Köln rettet Ancelotti zumindest vor Wiesn-Kater

FC Bayern scheitert gegen Köln dreimal am Pfosten
FC Bayern scheitert gegen Köln dreimal am Pfosten FOTO: afp, CS
München. Der FC Bayern muss auch in der Bundesliga den ersten Dämpfer hinnehmen. Das magere 1:1 gegen den 1. FC Köln soll aber die Wiesn-Stimmung nicht dämpfen. Meint zumindest Trainer Carlo Ancelotti, der sich nun aber zurückhalten muss.

Für Carlo Ancelotti hatte das enttäuschende 1:1 (1:0) seines FC Bayern im Spitzenspiel gegen den 1. FC Köln zumindest einen kleinen Vorteil. Der Trainer der Münchner muss nicht - wie bei einem Sieg angekündigt - beim Wiesn-Besuch am Sonntag drei oder gar vier Maß Bier trinken. Das war's aber auch schon mit den positiven Aspekten.

Gefeiert wird trotzdem

Nach dem 0:1 in der Champions League bei Atlético Madrid haben sich die erfolgsverwöhnten Münchner unter Ancelotti die erste kleinere Schaffenskrise genommen. "Wir waren die letzten zwei Spiele nicht so gut. Natürlich sind wir enttäuscht", sagte der Italiener, fügte aber gewohnt gelassen an: "Wir müssen uns keine Sorgen machen. Wir werden nach der Länderspielpause versuchen, wieder zu gewinnen." Außerdem dürfe man "nicht vergessen, was wir zu Beginn der Saison geleistet haben". Deshalb, so Ancelotti, "werden wir am Sonntag trotzdem feiern".

Am Samstagabend waren die Bayern-Stars aber noch nicht in Feierlaune. "Das ist nicht so prickelnd, wenn man zu Hause auch noch 1:0 führt. Das ist nicht unser Anspruch. Deshalb ist der Frust schon da", sagte Weltmeister Thomas Müller.

27:5 Torschüsse und 68 Prozent Ballbesitz wies die Statistik aus, aber eben nur einen Punkt. "Wir waren nicht mehr so griffig gegen den Ball", analysierte Joshua Kimmich, der die Bayern mit seinem sechsten Pflichtspieltreffer in dieser Saison in Führung gebracht hatte (40.).

Sein Team habe nach der Pause "den Zusammenhalt und die Ordnung verloren", meinte Ancelotti. Torwart Manuel Neuer monierte fehlende Ausstrahlung: "Wir haben das Tempo nicht hoch gehalten und dem Gegner gezeigt, dass was zu holen ist." Die Folge: Anthony Modeste nutzte die erste Kölner Chance zum Ausgleich (63.).

Ancelotti verteidigt Rotation

Dass Ancelotti im Vergleich zum Atlético-Spiel gleich sieben Veränderungen vornahm, wollte niemand als Grund für die ersten Punktverluste in der Liga anführen. "Ich glaube, dass nicht zu viel Rotation stattgefunden hat. Ich habe Vertrauen in alle Spieler. Einige waren auch etwas müde, deshalb war die Rotation angebracht", betonte Ancelotti, der etwa auf die Weltmeister Philipp Lahm und Jerome Boateng sowie auf Franck Ribéry komplett verzichtet hatte.

Den Kölnern war's egal: Sie nahmen die Münchner Nachlässigkeiten in der zweiten Hälfte, die sich schon in Madrid angedeutet hatten, dankend an. "Wenn man in München einen Punkt holt, ist ein bisschen was aufgegangen. Wir sind natürlich sehr zufrieden", sagte Trainer Peter Stöger nach dem elften Spiel ohne Niederlage in Serie.

Die Euphorie in Köln ist entsprechend groß, doch Stöger bleibt Realist. Man müsse "vorsichtig sein. Wir wissen, dass wir ein außergewöhnliches Jahr brauchen, um ein Stück weiterzukommen. Dann müssen aber auch andere Mannschaften ihr Potenzial nicht abrufen."

Während Stöger am Samstagabend nach Köln zurückflog, feierte ein Teil der FC-Mannschaft den Punktgewinn auf dem Oktoberfest. Die Bayern ziehen am Sonntagmittag nach. Immerhin freute sich Weltmeister Mats Hummels schon darauf: "Es ist immer schön, man kann in einer lockeren Atmosphäre etwas quatschen. Man kann die Leute besser kennenlernen." Und er werde auch dem Trainer eine Maß abtreten: "Dann kommt er auf zwei. Das sollte reichen, um Spaß zu haben."

(sid)
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