1. Bundesliga 16/17
| 17.28 Uhr

Champions League
Wolfsburg glaubt an Mini-Chance auf Sensation gegen Real

VfL Wolfsburg glaubt an Mini-Chance gegen Real Madrid
Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking glaubt an die Sensation gegen Real Madrid. FOTO: dpa, pst
Wolfsburg. Letzte Hoffnung Naldo: Mit dem Blitz-Rückkehrer als Abwehrchef und Joker Bas Dost soll das drohende Debakel im größten Spiel der Geschichte des VfL Wolfsburg gegen Real Madrid verhindert werden.

Nur gut einen Monat nach seiner Schultereckgelenksprengung kehrt Naldo beim kriselnden Vizemeister zum Viertelfinal-Hinspiel am Mittwoch (20.45 Uhr/Live-Ticker) gegen das Star-Ensemble um Cristiano Ronaldo wohl in die Innenverteidigung zurück.

"Naldo ist sehr weit, das kann ich sagen. Die Grundtendenz ist, dass Naldo morgen spielen möchte. Das hat er klar signalisiert", bestätigte Trainer Dieter Hecking am Dienstag. Auch Torjäger Dost fiebert dem Comeback nach seinem Mittelfußbruch in der Winterpause vor endlich ausverkauftem Haus in Wolfsburg entgegen. "Er wird morgen wieder im Kader stehen", sagte Hecking.

Vor allem wegen dieser Personalien beschwört der VfL seine Mini-Chance auf die Sensation. "Das gibt allen mehr Mut für diese Aufgabe", sagte Sportchef Klaus Allofs der Deutschen Presse-Agentur. Hecking sprach gar von einer "Riesen-Chance": "Wenn Real gegen uns ausscheidet, ist es die Sensation und wir fangen morgen damit an, zu versuchen, das umzusetzen."

Naldo gilt als sicherer Startelf-Kandidat angesichts des Tiefs von Robin Knoche und Dantes üblen Erfahrungen mit Real. Der Brasilianer hatte mit Bayern München vor zwei Jahren ein 0:4-Debakel gegen Real erlebt und war heftig kritisiert worden.

Bisherige Bilanz stimmt Allofs zuversichtlich

Wegen der Rückkehrer ist die Zuversicht beim VfL nun groß, sich nicht zu blamieren. "Ich nehme als Grundlage, dass wir in der Champions League achtmal gespielt haben und sechsmal gewonnen haben und zuhause keinen Punkt abgegeben haben", sagte Allofs.

Der Manager geht gar noch weiter und spricht von einer Chance aufs Halbfinale. "Eigentlich sind diese Teams Bayern München, Barcelona, Real Madrid oder Paris übermächtig. Aber von dieser Gruppe ist vielleicht Real das Team, das am wenigsten übermächtig ist", bekräftigte Allofs. "Von daher bleibt vielleicht eine Chance und diese Chance wollen wir unbedingt nutzen."

Trotz der eigenen Krise, die den VfL in der Bundesliga fast schon aus dem Rennen um die erneute Champions-League-Qualifikation katapultiert hat. Trotz der Offensivpower Reals, wo allein Megastar Cristiano Ronaldo und die übrigen Galaktischen Gareth Bale und Karim Benzema zusammen 82 Saisontore schossen – 30 mehr als das gesamte VfL-Team.

Keine Motivationsprobleme bei "Wölfen"

"Wir haben in der Champions League Geschichte geschrieben, die uns so keiner zugetraut hatte. Jetzt wollen wir versuchen, sie weiter zu schreiben", beteuerte Hecking jedoch und fügte hinzu: "Wir bekommen eine Bühne geboten wie lange nicht. Die Motivation wird überhaupt kein Problem sein."

Auch Reals Weltmeister Toni Kroos stapelt trotz der Ausgangslage tief. "Wenn wir im Real-Team denken, dass wir nach dem Sieg in Barcelona locker in Wolfsburg gewinnen, wird es sehr, sehr ungemütlich für uns. Wir müssen alles geben, um weiterzukommen", sagte der Mittelfeldspieler der "Bild" (Dienstag).

In der Tat zeigte Wolfsburg in dieser Saison in der Champions League und der Bundesliga zuweilen "leider zwei Gesichter", wie Allofs betonte. In der Liga enttäuschte der teure Luxuskader allzu oft, nicht erst beim 0:3 in Leverkusen am Freitag, das dem VW-Club den erneuten Zugang zur Königsklasse in der kommenden Saison wohl endgültig verwehrte.

In der Champions League war das Hecking-Team dagegen zu Highlights wie dem 3:2 gegen Manchester United im Dezember fähig. Erneut ist das kleine VfL-Stadion am Mittwoch mit gut 26.000 Zuschauern ausverkauft - zum überhaupt erst zweiten Mal in dieser Champions-League-Saison neben dem Sieg gegen ManUnited. "Es hätte doppelt ausverkauft sein können", meinte Allofs mit Genugtuung angesichts der Häme über den geringen Zuschauer-Zuspruch beim VfL.

(seeg/dpa)
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