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DTM-Pilot
Wehrleins Ziel heißt Formel 1

DTM: Pascal Wehrlein will in die Formel 1
Pascal Wehrlein will mit aller Macht in die Formel 1. FOTO: dpa, hak
Düsseldorf. Am Wochenende kann sich Pascal Wehrlein, der am Sonntag 21 Jahre alt wird, in Hockenheim zum jüngsten Champion in der Deutschen Tourenwagen Masters krönen. Ob es dann mit dem Aufstieg in die Königsklasse schon klappt, ist ungewiss.

Am 11. September 2014 erfüllte sich für Pascal Wehrlein ein Traum. Schon als er mit neun Jahren im Kart unterwegs war, hatte er das Ziel, einmal in einem Formel-1-Auto zu sitzen. In Portimao (Portugal) saß er nicht nur im Cockpit, sondern spulte rund 500 Kilometer ab - allerdings in einem zwei Jahre alten Mercedes. Wehrlein, dessen Mutter aus Mauritius stammt, machte eine gute Figur.

Zwei Tage später fuhr der Mann aus dem schwäbischen Worndorf auf dem Lausitzring als jüngster Fahrer in der Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) auf die Pole Position. 24 Stunden später ließ er sich als jüngster Sieger feiern. Gut 16 Monate zuvor hatte er sein Debüt in der Rennserie gegeben - natürlich als bislang Jüngster in deren nun 31-jähriger Geschichte. Am Saisonende belegte der Neuling den 22. und letzten Platz.

Wehrlein baut DTM-Führung aus FOTO: dpa, jew fpt

2014 war Wehrlein schon Gesamt-Achter. Am Wochenende will er in Hockenheim für die vorläufige Krönung seiner Karriere sorgen. "Es muss schon viel schiefgehen, wenn es mit dem Titel nicht klappen soll", sagte er. Morgen findet das vorletzte der 18 Saisonrennen statt. Spätestens am Sonntag, an seinem 21. Geburtstag, will Wehrlein als jüngster Champion in der Statistik stehen.

Allein die Audi-Piloten Eduardo Montara (Italien) und Mattias Ekström (Schweden) können ihn noch gefährden - allerdings ist ihr Rückstand mit 37 bzw. 38 Punkten sehr groß. "Klar ist, dass Mattias oder ich am Samstag gewinnen müssen, um den Titelkampf offenzuhalten", sagt Montara. "Er muss schon zwei schlechte Tage erwischen, aber zwei Nuller sind schnell kassiert", betont Ekström. Der 37-jährige Senior der DTM weiß, wovon er spricht. In den zurückliegenden sechs Rennen sammelte er nur 16 von 150 möglichen Punkten und verspielte seine gute Ausgangsposition. Der Rivale aus dem Mercedes-Lager kam im selben Zeitraum auf 71 Punkte.

Niemand zweifelt an Wehrleins Titelgewinn

Bilder: Die Beteiligten am DTM-Skandal von Spielberg FOTO: dpa, jt jhe

Doch ernsthaft zweifelt niemand mehr an Wehrleins Titelgewinn. Wie es danach weitergeht, ob in der DTM oder vielleicht doch in der Formel 1, ist ungewiss. "Es ist eine Möglichkeit. Allerdings müssen viele Teile in diesem Puzzle zusammenkommen. Aber das wird vielleicht nicht passieren", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Da die Schwaben im kommenden Jahr das Formel-1-Team von Manor-Marussia mit Motoren ausstattet, war erwartet worden, dass Wehrlein dort einsteigen würde.

Der Uhren-Fan, der nach eigenen Angaben über 20 Exemplare besitzt, ist seit einem Jahr offizieller Ersatzfahrer des Formel-1-Teams von Mercedes und deshalb bei allen WM-Rennen vor Ort. Mitglied des "Race Support Teams" ist er schon länger, hat am Simulator in Brackley tausende virtuelle Kilometer zurückgelegt und - wie Wolff betonte - eine "wichtige Rolle bei unserer Rennvorbereitung gespielt".

Ende Mai 2014 hatte Wehrlein für Schlagzeilen gesorgt, auf die er gerne verzichtet hätte. Bei Werbeaufnahmen für Mercedes während des WM-Trainingslagers des Fußball-Nationalteams in Südtirol verletzte er zwei Personen. Er habe bei Tempo 100 nicht den nötigen Abstand zum vor ihm fahrenden Nico Rosberg eingehalten, lautete das Ergebnis der Ermittlungen. Allerdings trage der Rentner aus Thüringen, der einige Wochen mit einem Schädel-Hirn-Trauma im Koma lag, eine Mitschuld, da er sich außerhalb des abgesperrten Bereichs befand und Rosberg zu einer Vollbremsung zwang. Ein Streckenposten wurde bei dem Unfall leicht verletzt.

Wehrlein hat diesen Vorfall verarbeitet. Auf der Rennstrecke ist er erfolgreich. Ob er auch ein Großer ist, muss er noch beweisen. "Wenn Wehrlein den Titel holt, gratuliere ich ihm. Aber meinen Hut ziehe ich erst, wenn jemand jahrelang solche Leistungen bringt", sagte Ekström im "Bild"-Interview. In diesem Jahr jedenfalls war Wehrlein schon mal ganz gut unterwegs.

(sid/RP)
 
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