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US Open
Kerber will ihr Major-Trauma bewältigen

Fotos: Kerber streicht gegen Muguruza die Segel
Fotos: Kerber streicht gegen Muguruza die Segel FOTO: dpa, hm
New York/Frankfurt. Angelique Kerber spielt die erfolgreichste Saison ihrer bisherigen Karriere. Bei den am Montag beginnenden US Open will die deutsche Nummer eins nun auch ihr Grand-Slam-Trauma besiegen.

New York ist so etwas wie die Endstation Sehnsucht für Angelique Kerber. Hier im Big Apple begann 2011 der kometenhafte Aufstieg der Kielerin. Hier in Flushing Meadows will Kerber nun ihr bislang erfolgreichstes Jahr mit einem Coup bei den US Open (ab Montag) krönen - und ihre bislang so unbefriedigende Major-Bilanz 2015 aufpolieren.

"Natürlich traue ich mir einen Finaleinzug bei einem Grand-Slam-Turnier zu", sagte die Weltranglistenelfte der Sport Bild und fügte selbstbewusst an: "Ich kann jede Spielerin schlagen.
Körperlich bin ich so fit wie vermutlich noch nie zuvor."

Und die Vorzeichen für ihren ersten Endspiel-Einzug bei einem der vier Majors stehen in dieser Saison so gut wie selten zuvor. Mit vier Turniersiegen (Charleston, Stuttgart, Birmingham, Stanford) ist Kerber hinter Branchenprimus Serena Williams (5 Erfolge/USA) die zweitbeste Titelsammlerin 2015.

Auch deshalb strahlt die 27-jährige Linkshänderin mit Blick auf die US Open große Zuversicht aus. Zumal sich Kerber in NYC pudelwohl fühlt. Mit ihrer Kollegin Ana Ivanovic (Serbien) war "Angie" zu Beginn der Woche bereits bei einem netten Abendessen und hat auch den Broadway schon unsicher gemacht. "Es ist immer wieder etwas Besonderes, hierher zurückzukommen", sagte sie dem SID: "Hier hat schließlich alles begonnen."

Vor vier Jahren erreichte Kerber als Nummer 93 der Welt sensationell das Halbfinale von New York, in dem sie nur knapp gegen die spätere Siegerin Samantha Stosur (Australien) verlor. Es war der Startschuss für eine märchenhafte Reise, die Kerber zeitweise bis auf Platz fünf des WTA-Rankings und ins Wimbledon-Semifinale 2012 führte. Die letzten drei Jahre hat sie in den Top Ten abgeschlossen.

Konträr zu ihrer starken Final-Bilanz 2015 (4:0 Siege) steht das Abschneiden der Fed-Cup-Spielerin bei den Grand Slams. Aus in Runde eins bei den Australian Open - Endstation in Runde drei bei den French Open und in Wimbledon, wo sie als Mitfavoritin galt. "Natürlich bin ich mit meiner Bilanz bei den großen Turnieren nicht zufrieden", gibt Kerber zu. Vor allen Dingen, wenn sie sich selbst zu sehr unter Druck setzt, verkrampft die Norddeutsche sichtlich.

Um den gordischen Knoten zu durchtrennen, hat Kerber vor dem Turnier in Stanford den Fitness-Coach und Physiotherapeuten Alex Stober verpflichtet. Der Münchner arbeitete bereits erfolgreich mit Li Na, Petra Kvitova, Tommy Haas, Pete Sampras und Andre Agassi zusammen.

Auch Bundestrainerin Barbara Rittner glaubt, dass Stober aus der ohnehin laufstarken Kerber noch einiges herauskitzeln kann. "Er ist ein absoluter Top-Mann, der seit vielen Jahren nur mit den Besten gearbeitet hat. Alex wird seine Erfahrungen positiv mit einfließen lassen", sagte Rittner dem SID.

Damit die Final-Mission bei den US Open wie im Vorjahr nicht schon in der dritten Runde endet, hat Kerber in der Vorbereitung einiges verändert. "Ich bin früher angereist. Und ich nehme mal ein anderes Hotel als in den Jahren zuvor. Wollen wir doch mal sehen, ob das Auswirkungen hat."

(sid)
 
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