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Dormagen
In der Nacht kamen 45 neue Flüchtlinge

Dormagen: In der Nacht kamen 45 neue Flüchtlinge
FOTO: Ati
Dormagen. Die Stadt will dem Vorschlag des Landes folgen, eine Gesundheitskarte für Asylbewerber einzuführen.

Sie kamen wieder in der Nacht und erneut war es sehr kurzfristig, dass die Stadt über die Ankunft von weiteren Flüchtlingen informiert wurde. Am Mittwoch wurde die Verwaltung laut Stadtsprecher Harald Schlimgen gegen 18 Uhr von der Bezirksregierung darüber informiert, dass weitere Flüchtlinge ankommen werden, "doch wann genau und wie viele, das wussten wir nicht".

Um 2.30 Uhr trafen dann 45 Flüchtlinge an der Beethovenstraße ein, die eine lange Odyssee hinter sich hatten. 34 von ihnen haben ihre Heimat in Afghanistan verlassen und landeten über die Türkei, den Balkan, Ungarn und Österreich schließlich in Dormagen. Weitere sechs Flüchtlinge stammen aus Pakistan, drei aus dem Irak und zwei aus Eritrea. Sie wurden direkt vor Ort registriert, dabei halfen auch Bürgermeister Erik Lierenfeld und Beigeordnete Tanja Gaspers zu nächtlicher Stunde mit. Die Zahl der Flüchtlinge, die jetzt in der Sporthalle an der Beethovenstraße untergebracht sind, erhöhte sich damit auf 135. Die Kapazitätsgrenze liegt bei 150 Menschen.

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"Der Aufenthalt hier ist zeitlich sehr begrenzt", sagt Stadtsprecher Schlimgen, "die Menschen werden von Dormagen aus in reguläre Unterkünfte in anderen Städten gebracht. Wir haben hier nur eine Not-Erstaufnahmestelle." Die Zahl der Flüchtlinge insgesamt in Dormagen, einschließlich derer, die dauerhaft oder zumindest länger hier leben, beträgt aktuell 525.

Unterdessen wird sich der Dormagener Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag, 17. September(17.30 Uhr, Ratssaal), mit der Einführung einer Gesundheitskarte (Krankenversichertenkarte) für Asylbewerber befassen. Das Land Nordrhein-Westfalen hatte über das Thema mit Krankenkassen und kommunalen Spitzenverbänden verhandelt; Ende August wurde eine Rahmenvereinbarung zur Übernahme der Gesundheitsversorgung für Flüchtlinge durch die Krankenkassen gegen Kostenerstattung unterzeichnet. Mit der Einführung der Gesundheitskarte soll der Verwaltungsaufwand der Kommunen gesenkt werden. Den Städten und Gemeinden ist freigestellt, ob sie sich an dem Modell beteiligen möchten. Will Dormagen mitmachen, muss die Stadt der Rahmenvereinbarung offiziell beitreten. Darüber entscheidet der Rat.

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(ssc/schum)
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