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Solingen
Internationale Fachtagung rund um das Schwert

Solingen. Das Schwert steht seit gestern im Mittelpunkt einer Fachtagung im Klingenmuseum: Unter der Überschrift "Das Schwert - Gestalt und Gedanke" - gleichzeitig auch der Titel der derzeit laufenden großen Ausstellung im Museum - tauschen sich dort noch bis einschließlich heute rund 70 Wissenschaftler über die Blankwaffen aus. Die Teilnehmer kommen aus Deutschland, Italien, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Schweden, Norwegen, der Slowakei, England und den USA sowie aus dem Iran. "Wir wollen diesen Wissenschaftlern, die sich größtenteils bereits seit vielen Jahren mit dem Schwert und seinen vielen Aspekten beschäftigen, ein Forum bieten", sagt Sixt Wetzler, Mit-Organisator der Tagung und Kurator der gleichnamigen Ausstellung, die noch bis Ende Februar im Deutschen Klingenmuseum zu sehen ist.

Der Schwerpunkt der Tagung läge dabei auf europäischen Schwertern, so Wetzler, sie hätten den Rahmen jedoch um japanische und iranische Schwerter erweitert. "Das Schwert vereint so viele Gegensätze. Es hat mit Barbarei, Brutalität und Blutvergießen genau so zu tun wie mit Gerechtigkeit, Herrschaft und Ritterlichkeit", sagt Lisa Deutscher von der Uni Freiburg, die die Tagung gemeinsam mit Mirjam Kaiser, ebenfalls von der Uni Freiburg, und Sixt Wetzler organisiert hat. Das Schwert erfülle in unterschiedlichen Kontexten unterschiedliche Funktionen, ergänzt Wetzler. "Wir möchten diese vielen Stränge im Rahmen der Tagung bündeln." Wie breit das Themenfeld ist - die Vorträge bei der Konferenz reichen von Form und Funktion von Schwertern in der frühen Bronzezeit über das Schwert im Mittelalter bis hin zur heutigen Entwicklung - zeigt auch ein Blick auf die wissenschaftlichen Disziplinen, aus denen die Teilnehmer kommen: Unter ihnen finden sich Archäologen und Historiker genauso wie Linguisten und Experten der praktischen Fechtkunst. Gerade Letzteres war den Organisatoren wichtig: "Wir wollten auch erreichen, dass das Thema wegkommt vom grünen Tisch der Wissenschaft. Man hat es hier nicht mit einem abstrakten Objekt zu tun, sondern mit einer Waffe", so Lisa Deutscher. Deshalb wird es am morgigen Samstag auch einen praktischen Austausch der Teilnehmer in der Schwertkampfkunst geben. "Es sind viele Leute hier, die sich theoretisch mit dem Schwert beschäftigen, aber auch einen ganz praktischen Zugang dazu haben", so Wetzler.

(mxh)
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