1. Bundesliga 16/17
| 09.44 Uhr

Kolumne: Gegenpressing
Sieh an, die Schalker!

Schalke - Tripolis
Schalke - Tripolis FOTO: dpa, gki wst
Düsseldorf. Ein Sieg morgen gegen den 1. FC Köln wäre für Königsblau der siebte Erfolg hintereinander und damit Vereinsrekord. Das kann kein Zufall sein. Von Martin Beils

Es könnte ja sein, dass Borussia Dortmund morgen Abend bei Bayern München nicht über ein Remis hinauskommt oder vielleicht sogar verliert. Und es könnte ja auch sein, dass der FC Schalke 04 morgen Nachmittag gegen den 1. FC Köln gewinnt. Königsblau würde dann am BVB vorbeiziehen und nach knapp der Hälfte der Hinrunde auf Platz zwei der Fußball-Bundesliga stehen und die Länderspielpause genießen. Zufall? Nein. Es gilt die abgedroschene, aber nicht minder wahre Weisheit, nach der die Tabelle nicht lügt.

Die Schalker haben sich anscheinend erholt und stehen jetzt wieder da, wo sie nach Meinung ihrer Anhänger hingehören. Das ungefährdete 4:0 gegen Tripolis in der Europa League nährt den Eindruck, dass Schalke an Stabilität und damit an Konstanz gewonnen hat.

Sportdirektor Horst Heldt hatte nach einer über die Maßen verkorksten vergangenen Saison von grottenschlechtem Fußball gesprochen. Nur knapp dürfte er der Entlassung entgangen sein, die Fans beschimpften das von ihm komponierte Team aufs Übelste. Doch über den Sommer hat Heldt seine letzte Chance, die ihm Aufsichtsratschef Clemens Tönnies eingeräumt hatte, genutzt: vornehmlich durch die Verpflichtung eines neuen Trainers, der bestenfalls als dritte Wahl galt.

Der bodenständige André Breitenreiter passt nach Gelsenkirchen. Zu seinem 42. Geburtstag sangen ihm die Profis gestern ein Ständchen, ein Fan überreichte eine Schokoladentorte. Den Makel, dass der Coach als Absteiger aus Paderborn ans andere Ende Westfalens gekommen ist, hat er durch die Erfolgsserie bei seinem neuen Klub ganz schnell getilgt.

Ein Erfolg gegen Köln wäre der siebte Sieg hintereinander in einem Pflichtspiel. Breitenreiters Mannschaft würde damit einen Klubrekord aufstellen. Ganz entspannt ging er mit einem niederländischen Comedian um, der sich unter der Woche ins Training geschlichen hatte ("Gute Performance im läuferischen Bereich"). Erfolg macht locker.

Dem aussortierten Kevin-Prince Boateng, der seit vorgestern beim AC Mailand mittrainieren darf, weint niemand mehr eine Träne hinterher. Ganz im Gegenteil. Dass Jefferson Farfan sich in Richtung Wüste verabschied hat, scheint auch kein Problem. Und selbst der Wechsel des angeblichen Herzensschalkers und Weltmeisters Julian Draxler nach Wolfsburg hat nur kurz für Trubel gesorgt. Johannes Geis, Franco Di Santo, Leroy Sané - neue Männer prägen Schalke 04. Königsblau ist die positive Überraschung des ersten Saisonabschnitts.

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Quelle: RP
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