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US Open in New York
Siegemund chancenlos – Hoffnungen ruhen auf Kerber

Laura Siegemund geht gegen Venus Williams unter
Laura Siegemund geht gegen Venus Williams unter FOTO: ap, JC
Laura Siegemund hat die Überraschung gegen Altmeisterin Venus Williams bei den US Open deutlich verpasst, jetzt muss es Angelique Kerber in New York alleine richten. Die Weltranglistenzweite aus Kiel ist die letzte deutsche Hoffnung im Turnier.

Am Sonntagabend (1 Uhr MESZ) trifft Kerber (28) im Achtelfinale auf die zweimalige Wimbledonsiegerin Petra Kvitova (Tschechien/Nr. 14). Siegemund (28) konnte ihr nicht folgen und muss weiter auf ihr erstes Grand-Slam-Achtelfinale warten.

Die deutsche Nummer zwei aus Metzingen unterlag in der dritten Runde der älteren der beiden Williams-Schwestern nach 78 einseitigen Minuten 1:6, 2:6. "Es ging heute leider alles so schnell", sagte Siegemund nach der Niederlage im ersten Match der Night Session im Arthur-Ashe-Stadium. "Sie hat mit so viel Power gespielt, und ich war überhaupt nicht in der Lage, mein Spiel zu spielen. Ich stand ein bisschen neben mir", sagte die Weltranglisten-27. "Irgendwann habe ich mich gefragt: Spiele ich so schlecht, oder spielt sie so gut?"

Die an Position 26 gesetzte Siegemund war geschwächt ins Turnier gestartet, nach ihrem Viertelfinaleinzug bei den Olympischen Spielen in Rio erkrankte sie an einer Grippe. In den ersten beiden Runden biss sie sich trotzdem durch, den Tag vor dem Match gegen Williams (34) verbrachte sie im Bett und fühlte sich danach endlich besser. Dennoch war Siegemund im nicht komplett gefüllten Arthur-Ashe-Stadium (23.771 Zuschauer) chancenlos.

Venus Williams, die 2000 und 2001 die US Open gewonnen hatte, trifft in der Runde der 16 besten Spielerinnen auf Karolina Pliskova (Tschechien/Nr. 10). Im Halbfinale könnte es zum Duell mit ihrer Schwester Serena kommen. Mit ihrem 307. Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier hat Serena Williams erneut Tennis-Geschichte geschrieben. Die Weltranglisten-Erste aus den USA zog ins Achtelfinale ein und feierte gegen die Schwedin Johanna Larsson ihren 307. Erfolg bei einem der vier wichtigsten Turniere. Damit löste sie die legendäre Martina Navratilova (306) als alleinige Rekordhalterin in dieser Kategorie ab. Nur Roger Federer hat in der Historie des Profi-Tennis genau so viele Major-Siege erreicht.

"Es ist ein schönes Gefühl", sagte Williams nach ihrem 6:2, 6:1-Erfolg gegen Larsson. "Natürlich möchte ich diese Zahl noch hochschrauben und schauen, was noch passieren kann." Die 22-malige Grand-Slam-Siegerin und sechsmalige Turniergewinnerin trifft in New York jetzt auf Jaroslawa Schwedowa aus Kasachstan.

Von den Schulterproblemen, die Williams zuletzt plagten und zu einer Zwangspause zwangen, war nichts zu sehen. "Es ist okay", sagte die 34 Jahre alte Amerikanerin. Mindestens das Halbfinale muss Williams erreichen, um nicht Platz eins der Weltrangliste zu verlieren.

Bei den Männern sorgte Olympiasieger Andy Murray für ein historisches Hoch der Briten in New York. Nach Murrays 7:6 (7:4), 5:7, 6:2, 6:3 gegen den Italiener Paolo Lorenzi stehen erstmals in der Geschichte des Profitennis zwei Spieler von der Insel im Achtelfinale der US Open. Murray folgte seinem 21 Jahre alten Landsmann Kyle Edmund, der in der Nightsession am Sonntag nach dem Kerber-Match Titelverteidiger Novak Djokovic (Serbien/Nr. 1) herausfordert.

Beinahe wären sogar drei Briten ins Achtelfinale eingezogen, doch Daniel Evans, der zuvor Alexander Zverev (Hamburg) aus dem Turnier geworfen hatte, vergab gegen Stan Wawrinka (Schwei/Nr. 3) im Tiebreak des vierten Satzes einen Matchball. Wawrinka setzte sich nach vier dramatischen und unterhaltsamen Stunden 4:6, 6:3, 6:7 (6:8), 7:6 (10:8), 6:2 durch.

Seinen Weg zurück in die Weltspitze setzt derweil Juan Martin del Potro fort. Der Olympiazweite aus Argentinien ist nach dem 7:6 (7:3), 6:2, 6:3 gegen David Ferrer (Spanien/Nr. 11) noch immer ohne Satzverlust. Del Potro, in diesem Jahr nur dank einer Wildcard am Start, trifft am Montag auf den Österreicher Dominic Thiem, der sich an seinem 23. Geburtstag gegen Pablo Carreno Busta (Spanien) 1:6, 6:4, 6:4, 7:5 durchsetzte.

Der Weltranglistenzehnte Thiem steht zum zweiten Mal nach 2014 im Achtelfinale von Flushing Meadows, del Potro hatte das Turnier 2009 gewonnen, in den vergangenen drei Jahren fehlte er wegen drei Operationen am linken Handgelenk.

(sid)
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