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Ratgeber
Autoreise ins Ausland - daran müssen Sie denken

Urlaub 2017: Autoreise ins Ausland - daran müssen Sie denken
Besonders ärgerlich, aber möglich: Eine Panne auf der Urlaubsreise. Daher sollten auch die jeweils vorgeschriebenen Warnwesten für Fahrer und Passagiere an Bord sein. FOTO: dpa, loe
Düsseldorf. Den Sommerurlaub haben viele bereits geplant. Wenn es ans Kofferpacken geht, sollte man jedoch nicht nur an T-Shirt, Sonnenöl und Badesachen denken. Besonders bei Reisen mit dem Auto ins europäische Ausland sollte man ein paar Dinge beachten.

Andere Länder, andere Sitten - und andere Verkehrsregeln. Daran sollten Urlauber denken, wenn sie mit ihrem Auto ins Ausland fahren.

Neben der Kenntnis der jeweiligen gesetzlichen Besonderheiten der Ziel- und Durchfahrtsländer, sollten unter anderem folgende Punkte zur Reisevorbereitung gehören:

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  • Warnweste

"In Deutschland ist eine Warnweste pro Auto vorgeschrieben, in einigen anderen europäischen Ländern wie Österreich oder Bulgarien aber muss für alle Fahrzeuginsassen eine Warnweste mitgeführt werden", sagt Tobias Goldkamp, Fachanwalt für Verkehrsrecht.

Warnwesten, Warndreieck und Verbandskasten sollten natürlich nicht unter dem Gepäck verstaut werden, sondern möglichst griffbereit sein.

  • Ersatzhandy

Der Auto Club Europa (ACE) rät zu einem Ersatzhandy, um im Notfall auch bei Defekten oder Akkuproblemen beim eigentlichen Handy gerüstet zu sein. Das könne beispielsweise ein aussortiertes, aber funktionstüchtiges Gerät sein.

Außerhalb der EU kann für das Ersatzhandy auch der Einsatz einer günstigeren Prepaidkarte sinnvoll sein. Denn in Nicht-EU-Ländern werden auch nach Mitte Juni weiterhin Roaminggebühren erhoben.

  • Zahlungsmittel

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In vielen Ländern werden die Autofahrer auf Autobahnen zur Kasse gebeten. "Da jedoch nicht überall mit dem Euro bezahlt werden kann, sollten sich Auslandsreisende vorher erkundigen, welches Zahlungsmittel an den Mautstellen akzeptiert wird", empfiehlt Goldkamp.

Während in Frankreich, Italien oder Griechenland der Euro gilt, werden in Bulgarien Lewa und in der Schweiz Franken fällig. Zudem ist die Kartenzahlung nicht immer möglich. "Es ist daher ratsam, immer auch entsprechendes Bargeld mitzuführen."

  • Reparaturhilfe

Ein Riss in der Scheibe oder eine andere kleine Beschädigung können schnell passieren. Gute und schnelle erste Hilfe leisten hier Dinge wie festes Isolierband, Draht oder auch ein Seil, die daher laut ACE auf keiner Packliste fehlen sollten. Etwa auch, um eine lose Stoßstange oder den Auspuff behelfsweise zu fixieren.

Auch Ersatzlampen sollten an Bord sein. Denn die sind beispielsweise in Spanien und Tschechien Pflicht. Wer sie bei einer Verkehrskontrolle nicht vorzeigen kann, riskiert ein Bußgeld.

  • Feuerlöscher

In den meisten europäischen Ländern wird ein Feuerlöscher zwar nur empfohlen, etwa in Deutschland. In Belgien und Dänemark jedoch ist er Pflicht, allerdings nur für dort zugelassene Fahrzeuge.

Wer als Urlauber dort ein Auto ausleiht oder ein eigenes Fahrzeug zulässt, sollte darauf achten, dass er vorhanden ist.

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  • Taschenlampe

Sie ist ein nützlicher Helfer für viele Situationen. Zwar verfügen auch viele Smartphones über eine solche Funktion. Doch eine richtige Taschenlampe ersetzen sie nicht.

Zumal der Leuchteinsatz den Akku stark belastet. Der ACE rät sogar zu einer Stirnlampe. Vorteil: Bei Reparatureinsätzen sind beide Hände frei.

  • Papiere

Personalausweis, Führerschein, Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) und die Grüne Versicherungskarte sollten auf jeden Fall mitgeführt werden, sagt Goldkamp. Vor allem auch die Versicherungskarte sei sehr wichtig, um im Schadensfall schnell nachweisen zu können, dass das eigene Auto versichert ist.

"In den meisten Ländern in Europa reicht hierzu zwar auch schon das Kennzeichen aus, aber zum Beispiel in Serbien oder in der Türkei ist die Grüne Karte vorgeschrieben."

Goldkamp rät auch dazu, je nach Reiseziel ein genormtes D-Schild als Nationalitätskennzeichen anzubringen. "Innerhalb der EU ist das nicht erforderlich, in allen anderen Ländern allerdings schon."

  • Pannenhilfe

Wer in einem Verkehrsclub ist, sollte natürlich seine Mitgliedskarte parat haben. Über ihre internationalen Notrufnummern leisten die Clubs auch im Ausland Hilfe, oft über Kooperationspartner vor Ort.

Wer im Rahmen seiner Kfz-Versicherung einen Schutzbrief abgeschlossen hat, sollte sich vor Reisebeginn erkundigen, welche Leistungen die Police beinhaltet.

  • Europäischer Unfallbericht

Passiert tatsächlich ein Unfall, sollte der Europäische Unfallbericht genutzt werden und kein anderes Dokument. Der Bericht ist so angelegt, dass er von Verkehrsteilnehmern verschiedener Sprachen ausgefüllt werden kann, erklärt Goldkamp.

Urlauber sollten sich daher vor Reisebeginn bei einem Verkehrsclub oder im Internet das entsprechende Dokument besorgen, das auch die Sprache des Ziellandes beinhaltet.

Wer juristische Hilfe benötigt, sollte zum Beispiel über die Deutsche Botschaft oder das Konsulat einen Rechtsanwalt vor Ort suchen, da bei einem Unfall immer das örtliche Recht angewendet werde.

  • Dokumente für Tiere

Kommt der Vierbeiner mit, müssen die Papiere immer griffbereit sein. "Hierzu zählt der EU-Heimtierausweis, zudem muss das Tier durch einen Chip oder eine Tätowierung identifizierbar sein.

Außerhalb der EU ist außerdem ein internationaler Impfpass sowie ein Nachweis der Tollwutimpfung erforderlich", erklärt Philipp Sander vom Automobilclub Mobil in Deutschland.

  • Öl und Wasser

Ohne ausreichend Reserveflüssigkeiten an Bord sollte keine längere Reise mit dem Auto angetreten werden. Ein Kanister mit Wasser kann immer nützlich und hilfreich sein, ebenso wie eine Flasche Motoröl. Denn gerade bei Fahrten in bergigen Gegenden, so der ACE, ist der Ölverbrauch des Autos deutlich höher.

  • Autoprüfung

Alle Automobilclubs raten dazu, vor Fahrtantritt in einer Werkstatt einen Urlaubs-Check durchführen zu lassen. Viele Fachwerkstätten bieten diese Durchsichten zu Festpreisen an.

Beim ADAC gibt es rechtzeitig zur Urlaubssaison entsprechende Technik-Checks sogar kostenlos. Eine Inspektion jedoch ersetzen diese Durchsichten nicht, informiert der Club.

  • Kleine Länderkunde

Eine Übersetzer-App fürs Smartphone oder der klassische Reiseführer aus Papier - beides gehört nach Ansicht von Sander ins Reisegepäck.

"Auch sollte bei der Reiseplanung natürlich die Reiseroute vorher festgelegt und überprüft werden, ob das Navigationsgerät auf dem aktuellen Stand ist."

Sich im Rahmen einer kleinen Länderkunde über Höchstgeschwindigkeiten, Promillegrenzen und andere Regeln für Transfer- und Zielländer zu informieren, ist ebenso ratsam.

(csr/dpa)
 
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