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| 16.25 Uhr

Glücksbringer und Marketing-Stars
Diese 14 Bundesliga-Maskottchen spülen Geld in die Kassen

Übersicht: Alle Bundesliga-Maskottchen
Übersicht: Alle Bundesliga-Maskottchen
Frankfurt/Main. Maskottchen sind aus dem Fußballgeschäft kaum noch wegzudenken. Ein Großteil der Erstligavereine hat einen Glücksbringer aus Plüsch, manche haben sogar eines aus Fleisch und Blut. Geld bringen alle ein.

Sie heißen "Emma", "Hermann" oder "Fritzle" und sind die heimlichen Stars der Bundesliga. Fällt bei einem Spiel ein Tor, jubeln die Bienen, Dinos oder Krokodile aus Plüsch mit. Verliert eine Mannschaft, leiden die Maskottchen mit Spielern und Fans. Bei einem Großteil der Bundesliga-Klubs turnt inzwischen eine kuschelige Marketing- und Identifikationsfigur herum. Und die meisten haben ein Geheimnis gemeinsam.

"Fritzle", der Glücksbringer vom VfB Stuttgart, hat ein knallgrünes Fell und rote Sportschuhe an. Unter seiner Kappe sind zwei Augen zu erkennen, die auf seine lange Nase schielen. Das Plüsch-Krokodil ist 23 Jahre alt und - so steht es auf seiner Homepage zu lesen - mit allen Spielern befreundet. "Fritzle ist ein Stimmungsmacher und eine Identifikationsfigur", sagt Uwe Fischer vom Fanservice des VfB.

2. Bundesliga 13/14: Geißbock Hennes reißt aus FOTO: dpa, mb hpl

Das schwäbische Krokodil ist auch eines von derzeit 14 Maskottchen im Liga-Oberhaus. Bis auf den FSV Mainz 05, Darmstadt 98, Werder Bremen und den FC Augsburg haben alle Klubs eines. Der Direktor vom Deutschen Institut für Sportmarketing in Reutlingen, André Bühler, weiß, wieso ein Großteil der 18 Vereine auf Maskottchen setzt: "Sie geben einem Verein einen erweiterten Außenauftritt." Man könne mit ihnen weitere Zielgruppen ansprechen. "Sehr viele Maskottchen sind so gestaltet, dass sie auf Kinder abzielen", sagt Bühler.

Borussia Dortmunds "Emma" etwa ist rundlich, hat große blaue Augen und immer ein Lächeln im Gesicht. Kommt ein Kind auf die überdimensionierte Biene zu, kuschelt sie mit ihm und lässt Fotos mit sich machen. Leverkusens "Brian the Lion", Gladbachs Fohlen "Jünter" oder Hannovers Hund "Eddi" sind wegen ihres fröhlichen Aussehens ebenfalls Kinder-Magnete. Tauchen sie in der Nähe von jungen Fans auf, werden Hände abgeklatscht und geschmust. "Kinder fahren einfach auf Maskottchen ab", sagt Bühler.

Längst treten die pelzigen Glücksbringer nicht mehr nur bei Fußballspielen in und um die Stadien auf. Maskottchen sind für viele Vereine ein lohnendes Geschäft: In Fanshops verkauft werden Mini-Versionen von Emma, Fritzle oder Eddi. Dazu gibt es etwa T-Shirts, Uhren oder Bettwäsche mit den Figuren zu kaufen. Sogar gemietet werden können sie. Wolfsburgs "Wölfi" etwa hat nach Angaben von VfL-Sprecher Robert Kosinski Einsätze bei Geburtstagsfeiern oder Hochzeiten. Möchte man Schalkes "Erwin" buchen, werden bis zu 275 Euro fällig - für einen maximal einstündigen Auftritt. Der Berliner Bär Herthinho ist pro halbe Stunde für 140 Euro zu haben. 

Borussias Maskottchen Jünter fährt jetzt Rad FOTO: Fabian Schubert

Bundesliga-Neuling Darmstadt 98 will von einer Figur nichts wissen. "Wir verzichten bewusst auf ein Maskottchen. Wir finden, dass ein künstlich erschaffenes Plüschtier nicht zu der Fan- und Fußballkultur passt, die wir verkörpern und auch weiterhin verkörpern wollen", sagt Jan Becher von der Presseabteilung. Auch Sportmarketing-Experte Bühler glaubt, dass ein Maskottchen nicht zu den Südhessen passt: "Wenn man an Darmstadt denkt, denkt man an die Lilien. Da hat man ein gewisses Bild im Kopf. Die brauchen nicht unbedingt ein Maskottchen. Es sei denn, es ist eine Lilie. Aber das sähe sicherlich ziemlich bescheuert aus".

Während die Vereine von den Hobbys über die Schuhgrößen bis hin zur Entstehung nahezu alles über ihre fiktiven Schützlinge preisgeben, wird über den Menschen im Kostüm geschwiegen. Nadine Marchi vom Gladbacher Jünter-Klub etwa sagt: "Jünter bleibt Jünter. Da steckt niemand drin." Hoffenheims Mediendirektor Christian Frommert sagt: "Wir zerstören die Illusion der Kinder, wenn wir sagen würden, wer das Hoffi-Kostüm an hat."

In Hannover wird etwas mehr verraten. Im Eddi-Kostüm steckten "Menschen mit sozialpädagogischem Hintergrund", sagt Sprecher Oliver Rickhoff. Ganz ohne Verkleidung kommen in Köln und in Frankfurt die Glücksbringer in die Stadien: In bereits achter Generation ist bei jedem Heimspiel Geißbock "Hennes" in Köln dabei. Steinadler "Attila" begleitet die Begegnungen der Eintracht. Doch ganz ohne Plüsch geht's auch bei diesen Vereinen nicht: Hennes und Attila gibt's auch aus Stoff - zum Kuscheln.

(dpa)
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