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Grindel zur Katar-Krise
DFB-Präsident sieht zunächst die Politik in der Pflicht

Porträt: Reinhard Grindel: Der neue DFB-Präsident
Porträt: Reinhard Grindel: Der neue DFB-Präsident FOTO: dpa, fis jhe
Nürnberg. Nach den jüngsten Entwicklungen im WM-Gastgeberland Katar sieht DFB-Präsident Reinhard Grindel den Fußball erst hinter der Politik gefordert. "Ich finde, dass man den Fußball an der Stelle nicht überhöhen oder überlasten darf", sagte Grindel am Donnerstag im Presseclub Nürnberg.

"Der Fußball muss wissen, was der Fußball bewegen kann, und der Fußball muss wissen, was er nicht bewegen kann." Fünf Jahre vor dem Turnier sei das "Primat der Politik" gefragt.

Katars Nachbarländer Saudi-Arabien, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate brachen am Montag wie auch Ägypten die Beziehungen ab und schlossen die Grenzen. Die Länder werfen Katar vor, Terrororganisationen wie den IS zu unterstützen. Jedes Land, das eine WM ausrichte, müsse wissen, "dass der Lichtkegel der Welt auf dieses Land gerichtet ist", sagte Grindel bei der Veranstaltung auf Einladung der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur.

Mit Blick auf die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Russland erklärte Grindel, "dass es ein ganz wichtiges Signal wäre", wenn Dopingkontrollen unabhängig durchgeführt werden würden. Die Suspendierung der Moskauer Anti-Doping-Behörde wegen der Vorwürfe des organisierten Dopings in Russland ist noch nicht aufgehoben.

Grindel forderte, dass man dem russischen Hooliganismus "klar die Rote Karte" zeigen müsse. Bei der EM 2016 in Frankreich hatte es unter anderem rund um das Spiel England gegen Russland in Marseille Ausschreitungen zwischen Fans gegeben. Mehrere Hooligans waren aus Frankreich verwiesen worden.

(dpa)
 
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