| 22.09 Uhr

U21-EM
Gnabry holt sich Tipps von Kumpel Özil und will durchstarten

Porträt: Serge Gnabry: deutscher Olympia-Star
Porträt: Serge Gnabry: deutscher Olympia-Star FOTO: dpa, crj jhe
Prag. Serge Gnabry wagte mit knapp 16 Jahren den Schritt zum FC Arsenal, zuletzt warf ihn dort eine Verletzung zurück. Jetzt will der 19-Jährige die U21-EM als Bühne nutzen.

Wenn Serge Gnabry von seinem Kumpel Mesut Özil spricht, gerät der 19-Jährige ins Schwärmen. "Mesut ist einer der besten Spielmacher der Welt, ab und zu gibt er mir Tipps", sagt der U21-Nationalspieler, für den Özil gleich in dreifacher Hinsicht ein Vorbild ist. Denn Stammspieler beim FC Arsenal will Gnabry noch werden, vielleicht sogar irgendwann Weltmeister, zunächst aber wie Özil 2009 Europameister mit der deutschen U21.

"Ja, wir haben über 2009 gesprochen. Das war damals ein riesiger Erfolg, er hat mir ein paar Geschichten von dem Turnier erzählt", sagt Gnabry. Bei der am Mittwoch beginnenden EM in Tschechien will der Offensivspieler nun ähnliche Erfahrungen sammeln wie einst Özil: "Mesut hat gesagt, dass ich alles geben soll und es für die Entwicklung unglaublich hilft, so einen Titel zu gewinnen."

Überblick: Ter Stegen führt U21-Kader bei EM an FOTO: afp, rc/dg/bb

Der EM-Titel wäre mehr als ein Trostpflaster nach einer Saison voller Enttäuschungen. Vor vier Jahren war Gnabry vom VfB Stuttgart nach London gewechselt, mit 17 debütierte er im Profiteam und ist nach Cesc Fabregas zweitjüngster Arsenal-Torschütze in der Premier League. In der vergangenen Spielzeit aber absolvierte Gnabry nach einer schweren Knieverletzung kein einziges Pflichtspiel.

"Will diese Chance nutzen"

Das Turnier in Tschechien will der Sohn des früheren Nationalspielers der Elfenbeinküste, Jean-Hermann Gnabry, und einer Schwäbin daher auch als Bühne nutzen. Vor allem, um sich bei Arsenals Teammanager Arsene Wenger in Erinnerung zu rufen. "Die U21-EM ist eines der wichtigsten Turniere der Uefa. Es ist klar, dass ich diese Chance nutzen möchte. Aber es ist auch klar, dass es hier nicht um Einzelspieler geht", sagt Gnabry, dessen Vertrag bei den Gunners bis 2017 läuft. Derzeit scheint eine Ausleihe für die kommende Saison durchaus denkbar.

Fotos: Was aus den U21-Europameistern von 2009 wurde FOTO: dpa, frg jai

Gnabry, der schon als 14-Jähriger Anfragen aus England und Italien hatte, gehört zu den rund drei Dutzend deutschen Talenten, die in den vergangenen 15 Jahren als Teenager in die Talentschmieden englischer Topklubs wechselten. Kaum jemand schaffte danach den großen Durchbruch im Senioren-Bereich - die Weltmeister Ron-Robert Zieler (früher ManUnited/heute Hannover 96) und Shkodran Mustafi (FC Everton/FC Valencia) sind die prominentesten Ausnahmen.

"Ich habe mir bei Arsenal gute Chancen ausgerechnet, weil dort schon viele junge Spieler den Sprung nach oben gepackt haben", sagt Gnabry. Mit seinem Vater zog er nach London, bis heute wohnen beide unter einem Dach. Den Traum von einer Karriere nach dem Vorbild von Mesut Özil haben beide noch nicht aufgegeben.

Zunächst aber will Gnabry in Tschechien überzeugen. Im Kader von Horst Hrubesch gehört er zu den Küken, jünger ist nur der Schalker Max Mayer. Und doch will der blitzschnelle Flügelstürmer in die Stammelf. "Ich bin froh, dass ich jetzt wieder voll angreifen kann", sagt Gnabry, der wie einst Özil den EM-Titel will: "Das wäre der Idealfall."

(sid)
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