2. Bundesliga 16/17 2. Bundesliga
| 07.35 Uhr

Montagsspiel
Stuttgart verweigert Rolle als FC Bayern der 2. Bundesliga

Trainingsauftakt beim VfB Stuttgart
Trainingsauftakt beim VfB Stuttgart FOTO: dpa, cdt htf
Stuttgart. Nach 39 Jahren ist der VfB Stuttgart erstmals wieder zweitklassig. Die schnelle Rückkehr in die Bundesliga ist Pflicht.

Der Abstiegsfrust ist längst einer Aufbruchstimmung gewichen. Doch vor dem Start sieht sich Topfavorit VfB Stuttgart "ganz sicher nicht als FC Bayern der 2. Liga. Es gibt einen ganzen Kreis von Anwärtern, die in die Bundesliga wollen. Das wird ein langer und harter Weg", sagte Kapitän Christian Gentner vor dem Zweitliga-Auftakt am Montag (20.15 Uhr/Live-Ticker) gegen den FC St. Pauli.

Nach 39 Jahren spielt der VfB erstmals wieder zweitklassig. Die Ansprüche bei den Schwaben sind aber nach wie vor erstklassig, weshalb der Betriebsunfall Abstieg schnellstmöglich korrigiert werden soll und muss. Um die Ziele zu realisieren, wurde der Verein komplett umgekrempelt.

In Jos Luhukay kam für den glücklosen Jürgen Kramny ein neuer, in Sachen Aufstieg sehr erfahrener Trainer. Jan Schindelmeiser ersetzt als Sportvorstand Robin Dutt. Ein geeigneter Kandidat für den zurückgetreten Präsidenten Bernd Wahler wird noch gesucht. Und auch im Abstiegs-Kader gab es etliche Veränderungen.

Noch sehen die Verantwortlichen nach den Abgängen von Filip Kostic (Hamburger SV/14 Millionen Ablöse)), Timo Werner (RB Leipzig/10), Lukas Rupp (1899 Hoffenheim/5), Serey Dié (FC Basel/1,2), Martin Harnik (Hannover 96), Daniel Didavi (VfL Wolfsburg) oder Daniel Schwaab (PSV Eindhoven/alle ablösefrei) aber Nachholbedarf.

Er wolle nicht "die Euphoriebremse" sein, sagte Schindelmeiser zuletzt, "aber im Moment haben wir noch nicht die Mannschaft, der man das Ziel Aufstieg in den Rucksack legen kann". Auch Gentner betonte, "dass der Kader noch Ergänzungen vertragen kann. Bei einigen Dingen sind wir spät dran. Und unsere Mannschaft hat noch nicht die Zusammensetzung, dass wir mal eben durch die 2. Liga marschieren", sagte der VfB-Kapitän dem Reutlinger General-Anzeiger.

Dennoch werden die Schwaben neben Mitabsteiger Hannover 96 von der Konkurrenz als Topfavorit auf den Aufstieg gehandelt. Wenn der VfB noch gute Spieler dazubekommen würde, sei er "guter Hoffnung", dass das Ziel auch erreicht werden könnte, meinte Luhukay, der mit Gladbach, Augsburg und Hertha BSC bereits der Sprung nach oben gelungen war.

Am Mittwoch nahm Stuttgart noch Tobias Werner vom FC Augsburg unter Vertrag, dessen Einsatz zum Start wegen eines schweren privaten Schicksalsschlags aber offen ist. "Es ist sehr traurig und eine schlimme Geschichte. Wir werden ihm die nötige Zeit geben", sagte Luhukay, nachdem Werners Sohn am Donnerstag bei der Geburt gestorben war. Ausfallen werden sicher Timo Baumgartl (Schambeinverletzung) und Großkreutz, der wegen muskulärer Probleme in der Vorbereitung nur eingeschränkt trainieren konnte.

Als Königstransfer gilt Torjäger Terodde, letztjähriger Torschützenkönig der 2. Liga mit 25 Treffern. Er sei "die Verstärkung, die wir uns erhofft haben", sagte Gentner. Zumal Angreifer Daniel Ginczek mit einer Knieverletzung noch länger ausfallen wird.

Die Fans glauben offenbar an den VfB. Trotz des Absturzes konnte die Mitgliederzahl auf über 47.000 gesteigert werden. Zudem setzten die Schwaben 24.500 Dauerkarten ab.

(sid)
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