| 21.23 Uhr

Tennis in Rom
Wieder frühes Aus für Kerber – Zverev scheitert an Federer

Kerber verliert in Rom gegen Bouchard
Kerber verliert in Rom gegen Bouchard FOTO: ap, AP
Erneuter Blitz-K.o. für Angelique Kerber, Anschauungs-Unterricht von Maestro Roger Federer für Alexander Zverev: Die Australian-Open-Siegerin aus Kiel ist in Rom auch beim zweiten großen WTA-Sandplatzturnier in Folge an ihrer Auftakthürde gescheitert.

Nach 2:21 Stunden musste sich die Weltranglistenzweite auf der malerischen Anlage des Foro Italico der Kanadierin Eugenie Bouchard mit 1:6, 7:5, 5:7 geschlagen geben.

"In den ersten anderthalb Sätzen habe ich nicht zu meinem Spiel gefunden. Ich war überhaupt nicht auf dem Platz", sagte Kerber: "Ich habe versucht, mich zurückzukämpfen, am Ende war es knapp, aber sie hat gut gespielt und den letzten Punkt gewonnen."

Federer traut Zverev Sprung in die Top Ten zu

Zuvor hatte sich der 19 Jahre alte Hamburger Zverev an gleicher Stätte beim ATP-Masters im Duell der Generationen mit einem 3:6, 5:7 gegen den 15 Jahre älteren Schweizer Federer verabschiedet. "Das war kein leichtes Spiel, er ist sehr talentiert und erwartet viel von sich. Er kann sich aber auf jeden Fall noch verbessern", sagte Federer, der nach Rückenproblemen noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist. Der 17-malige Grand-Slam-Champion traut Zverev den Sprung unter die Top 10 in den kommenden zwei Jahren zu.

In diesen Sphären bewegt sich Angelique Kerber schon lange. Doch die 28-Jährige, die in ihrer Vorbereitung auf die French Open bereits vor zwei Wochen in Madrid früh ausgeschieden war, wirkte gegen die frühere Wimbledon-Finalistin Bouchard zunächst ungewohnt fahrig, haderte immer wieder und fand bis Mitte des zweiten Durchgangs nicht zu ihrem Spiel. Auch eine eindringliche Ansprache ihres Trainers Torben Beltz nach dem nur 28 Minuten dauernden ersten Satz änderte zunächst nur wenig am Spielverlauf.

Kerber lag auch im zweiten Durchgang nach zwei schnellen Breaks 0:3 hinten, kämpfte sich dann aber zurück in den Satz und schaffte den Ausgleich. Im dritten Durchgang hatte Bouchard in einer umkämpften Partie das bessere Ende für sich, profitierte bei ihrem vorentscheidenden Break zum 6:5 auch von zwei leichten Fehlern Kerbers, die als letzte von sechs Deutschen in der "ewigen" Stadt ausschied.

Federer zu clever für Zverev

Deutlich geringer waren die Chancen für Zverev auf den Einzug ins Achtelfinale. Der Youngster erhielt vom 14-maligen Grand-Slam-Gewinner immer wieder Lektionen in Sachen cleverer Spielführung. Federer nutzte ein ums andere Mal ungestüme Aktionen des jungen Deutschen gnadenlos aus.

Dennoch schaffte es Zverev nach klar verlorenem ersten Satz, den zweiten Durchgang offener zu gestalten. Immer wieder blitzte sein enormes Potenzial auf. Ein frühes Break von Federer, bei der mit 4,3 Millionen Euro dotierten Konkurrenz im Foro Italico hinter Novak Djokovic und Andy Murray an Nummer drei gesetzt, glich Zverev postwendend aus. Beim Stand von 5:5 jedoch kassierte er das entscheidende Break. Nach 1:27 Stunden verwandelte Federer seinen ersten Matchball.

Am Abend schied in Philipp Kohlschreiber auch der letzte im Hauptfeld verbliebene Deutsch aus. Der Augsburger verlor gegen den neunmaligen Roland-Garros-Sieger Rafael Nadal (Spanien) 3:6, 3:6. Kohlschreiber kassierte in der zweiten Runde seine 13. Niederlage im 14. Duell mit Nadal. Sein einziger Sieg gegen den Linkshänder aus Manacor gelang ihm 2012 beim Rasenturnier in Halle/Westfalen.

(areh/sid)
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