1. Bundesliga 17/18
| 18.56 Uhr

Nagelsmann glaubt an Coup
Hoffenheim will Bayern erneut ärgern

Das ist Julian Nagelsmann
Das ist Julian Nagelsmann FOTO: dpa, ua nic
Zuzenhausen. In der Vorsaison holte 1899 Hoffenheim vier Punkte gegen Bayern München. Am Samstag will das Team von Trainer Julian Nagelsmann einen Dreier gegen den deutschen Rekordmeister.

Falls die Bayern auf das spurlose Verschwinden von Julian Nagelsmann gehofft hatten, wurden die Münchner am Donnerstag enttäuscht. Obwohl der "Trainer des Jahres" seine Profile bei Twitter und Facebook gelöscht hat, ist der Coach des Bundesligisten 1899 Hoffenheim nach wie vor putzmunter - und er will den Rekordmeister wieder ärgern. "Ich habe nur die Konten gelöscht, aber nicht mich. Ich lebe noch", sagte Nagelsmann vor dem Topspiel am Samstag (18.30 Uhr/Live-Ticker) mit einem Augenzwinkern.

"Ich habe die Kanäle geschlossen, weil es Überhand nahm. Der Aufwand war extrem groß. Ich habe einfach nicht mehr die Zeit gefunden", begründete der 30-Jährige seinen Schritt. Neben seinen Internet-Aktivitäten musste Nagelsmann bei der TSG-Pressekonferenz auch noch über die Bundestagswahl, Bibiana Steinhaus, das Financial Fair Play, eine mögliche Gehaltsobergrenze und die Dauer der Transferperiode Auskunft geben. Das Bayern-Spiel wurde fast zur Nebensache.

Doch nicht für Nagelsmann, der mit seinem Team in der vergangenen Saison vier Punkte gegen das Starensemble geholt hat. "Wir haben das Gefühl, dass wir die Bayern ärgern können. Letztes Jahr haben wir es eineinhalb Mal geschafft. Wir sind in der Lage, es wieder zu schaffen. Aber das ist extrem von den Bayern abhängig", sagte der Trainer: "Wenn sie richtig auf die Tube drücken, wird es schwer - da brauchen wir uns nichts vorzumachen. Aber wenn sie keinen Top-Tag haben, wissen wir, dass wir es schon geschafft haben."

Allerdings wird Nagelsmann diesmal von personellen Problemen geplagt. Die Münchner Leihgabe Serge Gnabry und Stürmer Adam Szalai fallen verletzt aus. Hinter den Einsätzen der angeschlagenen Stammkräfte Kevin Vogt, Benjamin Hübner und Steven Zuber stehen Fragezeichen. Dazu kommt, dass die Bayern die TSG sicher nicht noch einmal unterschätzen werden. "Sie werden es bestimmt anders angehen", äußerte Nagelsmann: "Das Überraschungsmoment haben wir nicht mehr auf unserer Seite."

Dennoch sind die Profis heiß. Sie wollen fünf Tage vor dem Auftakt in der Europa League gegen Sporting Braga unter Beweis stellen, dass sie besser sind als beim chancenlosen Aus in den Play-offs zur Champions League gegen den FC Liverpool. "Ich liebe solche Spiele, das wird absolutes Top-Niveau. München ist natürlich ein sehr starker Gegner, aber wir sind nicht viel schlechter, gerade zu Hause", sagte Spielmacher Kerem Demirbay der Rhein-Neckar-Zeitung.

Ähnlich sieht es Mark Uth. "Wir rechnen uns immer etwas aus. Gerade in der Bundesliga können wir jeden schlagen, das haben wir auch letztes Jahr gezeigt", äußerte der Stürmer im kicker: "Jetzt hatten wir glücklicherweise die Länderspielpause, um zu verschnaufen, ehe die Bayern kommen."

Mit den Münchnern kommen die Confed-Cup-Sieger Sebastian Rudy und Niklas Süle zurück an die alte Wirkungsstätte. Den Verlust der besten TSG-Profis der vergangenen Spielzeit bedauern Demirbay und Uth immer noch. "Sebastian ist ein grandioser Spieler. Sein Abgang und der von Niklas hat uns wehgetan", sagte Demirbay. Dass Rudy bei den Bayern durchstartet, war für Uth schon immer klar: "Ich habe von Anfang an gesagt, dass er alle überraschen wird."

Nagelsmann wünscht seinen ehemaligen Schützlingen sogar am Samstag ein "gutes" Spiel: "Einen Sahnetag müssen sie aber nicht zwingend haben."

(sid)
 
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