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WM-Qualifikation
Ohne Messi ist bei Argentinien tote Hose im Sturm

Fotos: Tevez wechselt im Spiel seine Hose
Fotos: Tevez wechselt im Spiel seine Hose FOTO: afp, na
Asuncion. Vize-Weltmeister Argentinien hat mit einem 0:0 in Paraguay seinen Fehlstart in die WM-Qualifikation perfekt gemacht. Dagegen schoss sich Erzrivale Brasilien mit einem 3:1 gegen Venezuela vorerst aus der Krise.

Zwei Spiele, ein Punkt, keine Tore: Nach der grausamen Nullnummer in Paraguay und dem damit perfekt gemachten Fehlstart in die südamerikanische Qualifikation zur Fußball-WM-Endrunde 2018 klammert sich Argentinien verzweifelt an Strohhalm Lionel Messi und dessen Wunderheilung. Der verletzte Superstar des FC Barcelona fehlt dem Vize-Weltmeister an allen Ecken und Enden.

"Die Hoffnungen, dass er sich erholt, sind da", formulierte Nationaltrainer Gerardo Martino vorsichtig nach den spielerisch schwachen, aber überharten 90 Minuten im Estadio Defensores del Chaco von Asuncion, als die heimische Presse positive Signale hören wollte. "Nach den schlechten Resultaten will ich hier aber auf keinen Fall falsche Erwartungen schüren", betonte der Gaucho-Coach ausweichend.

Fotos: Argentinien spielt nur 0:0 in Paraguay FOTO: ap

Der Heilungsprozess Messis, der sich am 26. September im Ligaspiel gegen UD Las Palmas einen Bänderriss im linken Knie zugezogen hatte, ist bis zum Giganten-Duell gegen Brasilien am 13. November wohl ein aussichtsloser Wettlauf. Und während der Erzrivale die 0:2-Scharte in Chile mit dem 3:1 (2:0) gegen Venezuela am Dienstag auswetzte, droht den Albiceleste auf dem Weg nach Russland, der mit einem 0:2 in der Vorwoche gegen Ecuador begonnen hatte, der nächste Rückschlag.

Im Kampf um die vier Direkttickets sowie um Platz fünf, der noch das Play-off-Duell gegen den Ozeaniensieger ermöglicht, haben nach dem ersten Doppelspieltag andere die Nase vorne. Uruguay fuhr gegen Kolumbien mit 3:0 (1:0) ebenso seinen zweiten Sieg ein, wie Ecuador mit dem 2:0 (0:0) gegen Bolivien sowie Copa-America-Sieger Chile, der sich in Peru auch dank eines Doppelschlags von Bundesliga-Legionär Eduardo Vargas mit 4:3 (3:2) durchsetzte.

Der Hoffenheimer, bereits gegen Brasilien treffsicher, stellte in Lima erneut seinen Torriecher im La-Roja-Trikot unter Beweis, und schlug in der 41. und 49. Minute zu. Mit nun 25 Treffern ist der 25-Jährige Nummer fünf in der ewigen Torschützenliste Chiles. Superstar Alexis Sanchez vom FC Arsenal ließ seinem Tor gegen die Selecao im Clasico del Pacifico zwei weitere (7./44.) folgen und ist mit nun 31 Treffern Dritter der Rekordliste.

Fotos: Barca-Star Messi fällt mit Knieverletzung wochenlang aus FOTO: afp, JL/raf

Neben Vargas standen auch der Mainzer Gonzalo Jara und der Hamburger Marcelo Diaz in Chiles Startelf, während bei Peru der Frankfurter Carlos Zambrano und der Wolfsburger Carlos Ascues aufliefen. Für die Tore der Gastgeber, bei denen Christian Cueva (24.) früh die Rote Karte sah, sorgten jedoch zwei Ex-Bundesligaprofis: der ehemalige Schalker Jefferson Farfan (9./35.) sowie der frühere Münchener und Hamburger Paolo Guerrero (90.+2).

Die Nacht der Tor-Doubletten komplettierte der Brasilianer Willian. Der Offensivspieler des FC Chelsea ließ die Fans in Fortaleza bereits nach 36 Sekunden jubeln und erhöhte noch vor der Pause auf 2:0 (41.). Nach dem Anschlusstreffer der Gäste durch Christian Santos (64.) stellte Ricardo Oliveira (74.) auf Vorlage des Münchners Douglas Costa den alten Abstand wieder her. Rückhalt der Selecao-Defensive war wie gewohnt der Wolfsburger Luiz Gustavo.

Nationaltrainer Dunga, der vor Anpfiff sich gellende Pfiffe anhören musste, war dennoch nicht rundum zufrieden. "Ich bin anspruchsvoll. Wenn wir die Hälfte unserer Chancen verwertet hätten, hätte ich eine 9 gegeben. Weil dem nicht so war, verteile ich eine 8,5", kritisierte der 51-Jährige. In Brasilien ist die 10 die beste Schulnote.

Mit einer weißen Weste kommen Uruguay und Ecuador zum unerwarteten Gipfeltreffen am dritten Eliminatorias-Spieltag. Beim Uru-Sieg gegen Kolumbien trafen in Montevideo Diego Godin (35.), Diego Rolan (51.) und Abel Hernandez (88.). La Tri kam in Quito dank Miller Bolanos (81.) und Felipe Caicedo (90.+5, Foulelfmeter) zu späten Treffern gegen Bolivien.

(sid)
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