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Der Sonntag im Ticker-Protokoll
Merkel wirft Putin Verstoß gegen Völkerrecht vor

Gewalt bei Demonstrationen in Moskau
Gewalt bei Demonstrationen in Moskau FOTO: afp, ski
Simferopol/Moskau. Die Krim-Krise spitzt sich am Sonntag weiter zu: Die USA drohen Russland mit einem G8-Ausschluss, sollte Präsident Wladimir Putin den Militäreinsatz auf der Krim nicht stoppen. Der kürzlich erst von Kiew eingsetzte Chef der Marine schlägt sich auf die Seite der Russen. Hier das Nachrichten-Protokoll des Sonntags. Von Anne Peters und Christian Sieben

+++ Schlimmste Krise seit dem Ende des Kalten Krieges
+++ Chef der ukrainischen Marine wechselt die Seiten
+++ Wladimir Putin hält sich Militäreinsatz weiter offen
+++ USA und Kanada drohen Putin
+++ Sondersitzungen von Nato-Rat in Brüssel

+++ 22 Uhr: Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew erklärt auf Facebook, die ukrainische Führung habe die Macht illegal an sich gerissen. Ihre Herrschaft werde mit einer "neuen Revolution" und weiterem Blutvergießen enden.

+++ 21.45 Uhr: Angela Merkel hat Wladimir Putin in einem Telefongespräch vorgeworfen, "mit der unakzeptablen russischen Intervention auf der Krim gegen das Völkerrecht verstoßen zu haben. Ihr Sprecher teilte weiterhin mit, Merkel habe Putin erneut aufgefordert, die territoriale Integrität der Ukraine zu respektieren. Putin habe einen Vorschlag Merkels akzeptiert, umgehend eine "fact finding mission" sowie eine Kontaktgruppe, einzurichten, um einen politischen Dialog zu beginnen.

+++ 21.05 Uhr: Wegen des aggressiven Vorgehens Russlands in der Ukraine wird die britische Regierung die Paralympischen Spiele in Sotschi boykottieren. Dies teilte Premierminister David Cameron am Sonntagabend in einer Twitter-Nachricht mit.

+++ 20.35 Uhr: Wladimir Putin hat die von ihm ergriffenen Maßnahmen in der Ukraine in einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel als angemessen bezeichnet, wie die Agentur Ria unter Berufung auf das Präsidialamt meldet.

+++ 20.17 Uhr: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier steht dem von US-Außenminister John Kerry angedrohten Ausschluss Russlands aus der Gruppe der führenden Industrieländer (G8) ablehnend gegenüber. "Ich glaube, wir müssen sehen, dass wir zur Deeskalation in der Ukraine beitragen und jetzt nicht jedmögliche Verschärfung der Situation herbeireden", sagte Steinmeier der ARD.

+++ 19.25 Uhr: Die Ukraine entlässt den Kommandeur der Marine und wirft ihm Hochverrat vor. Er habe sich geweigert, gegen die Russen zu kämpfen und das Hauptquartier in Sewastopol aufgegeben, teilte der stellvertretende Sekretär des Sicherheitsrates der Ukraine mit.

+++ 19.20 Uhr: Die Außenminister der Europäischen Union kommen am Montag um 13 Uhr in Brüssel zusammen, um über die sich zuspitzende Krise zu beraten.

+++ 18.27 Uhr: Der Chef der ukrainischen Marine hat der prorussischen Regionalregierung auf der Halbinsel Krim seine Gefolgschaft zugesagt. Dies gab Admiral Denis Beresowski auf der Krim bekannt. Er war erst am Freitag vom neuen ukrainischen Übergangs-Präsidenten Alexander Turtschinow zum Kommandeur der Marine ernannt worden.

+++ 17.58 Uhr: Der polnische Regierungschef Donald Tusk hat "harten Druck" auf Russland gefordert. Die Welt dürfe ihren Blick nicht von der Ukraine abwenden, teilte Tusk in Warschau mit. "Dieser Konflikt hat alle Anzeichen eines Konflikts, der einen Krieg auslösen könnte, welcher alle Staaten der Welt betreffen würde", warnte der konservative Politiker.

+++ 17.24 Uhr: Tausende Demonstranten haben in Moskau ihre Unterstützung für einen russischen Militäreinsatz in der Ukraine zum Ausdruck gebracht. An dem Marsch durch die Hauptstadt beteiligten sich mindestens 10.000 Menschen, einige von ihnen hatten russische Flaggen bei sich. Unterdessen demonstrierten Dutzende Menschen auf dem Roten Platz gegen einen Einmarsch in das Nachbarland. Sie wurden jedoch umgehend von Bereitschaftspolizisten festgenommen.

+++ 16.38 Uhr: Russland bedroht nach Ansicht von Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen mit seiner Militäraktion in der Ukraine "den Frieden und die Sicherheit in Europa". Dies sagte Rasmussen zum Beginn eines Krisentreffens der Nato-Botschafter der 28 Bündnisstaaten am Sonntag in Brüssel.

+++ 16.25 Uhr: In den USA erwarte man von Wladimir Putin unverzüglich die richtigen Schritte zu ergreifen, um die Krise noch zu entschärfen. Die USA seien zur Zusammenarbeit bereit, wenn es darum gehe, rechtmäßigen Moskauer Besorgnissen und Interessen Rechnung zu tragen.

+++ 16.23 Uhr: "Alle Optionen sind auf dem Tisch", sagte Kerry. Neben Sanktionen schließe er auch einen Boykott des für Juni geplanten G8-Treffens in Sotschi nicht aus. Russland müsse begreifen, "das dies ernst ist. Wir meinen es todernst."

+++ 16.19 Uhr: Neben einem Rauswurf aus der G8 droht John Kerry Russland mit weiteren Sanktionen: auch wirtschaftliche Strafmaßnahmen und Reiseverboten seien denkbar. In einem Interview des Senders CNN nannte Kerry das Vorgehen von Präsident Wladimir Putin auf der Krim einem "kühnen Akt der Aggression", der "sehr ernste Konsequenzen" nach sich ziehen könne.

+++ 16.13 Uhr: Auch Deutschland könnte das G8-Treffen in Russland absagen. Nach den USA, Kanada, Frankreich und Großbritannien will der französische Regierungschef François Hollande mit Angela Merkel über den G8-Gipfel sprechen.

+++ 16.06 Uhr: Außenminister Frank-Walter Steinmeier warnte: "Wir befinden uns auf einer äußerst gefährlichen Bahn der Zunahme von Spannungen. Noch ist Umkehr möglich. Noch kann eine neue Spaltung Europas verhindert werden." Dafür sei es aber notwendig, dass alle Verantwortlichen weitere Schritte unterließen, die als Provokation verstanden werden könnten. "Alles andere würde zu einer Eskalation mit ungewissen, möglicherweise dramatischen Folgen führen und könnte viele Jahre konstruktiver Zusammenarbeit für mehr Sicherheit in Europa zunichtemachen."

+++ 16.02 Uhr: "Wir sollten nicht aus der Hüfte mit irgendwelchen Sanktionen drohen", sagte Unionsfraktionsvize Andreas Schockenhoff (CDU). Stattdessen müsse man Russland klar sagen, dass eine Verletzung der territorialen Integrität der Ukraine nicht hinzunehmen sei und dass es sich "so selbst isoliert". Schockenhoff war bis zum vergangenen Jahr Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-russische Zusammenarbeit.

+++ 15.46 Uhr: Auch Großbritannien hat den Vorbereitungen zu einem G8-Treffen in Sotschi eine Absage erteilt. "Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass die territoriale Integrität der Ukraine verletzt worden ist", sagte Großbritanniens Außenminister William Hague vor seinem Abflug nach Kiew am Sonntag. Dort will er mit Vertretern der ukrainischen Übergangsregierung zusammentreffen. Weitere G8-Treffen stünden unter Beobachtung, sagte Hague.

+++ 14.43 Uhr: Die Invasion Russlands auf der Krim läuft längst, meldet Reporter Dirk Emmerich via Twitter und postet ein Bild von Militärfahrzeugen mit russischen Kennzeichen:

+++ 15.35 Uhr: Sehen Sie hier Bilder aus Berlin: Demonstranten protestieren vor der russischen Botschaft gegen die Pläne eines militärischen Eingreifens Russlands in der Ukraine.

+++ 15.28 Uhr: Etwa eine Stunde hat die Demonstration der Putin-Partei "Vereintes Russland" gedauert. Jetzt sind die Straßen wieder leer.

+++ 15.20 Uhr: Die Wahrung der territorialen Integrität der Ukraine habe Priorität, schrieb Kerry auf Twitter:

+++ 15.18 Uhr: Aus den USA kommt erneut scharfe Kritik an dem Handeln Wladimir Putins: Wenn der Konflikt um die Ukraine weiter eskaliere, könnte Russlands Staatschef "keinen G8-Gipfel in Sotschi haben, er könnte sogar nicht in den G8 bleiben, wenn das so weitergeht", sagte US-Außenminister John Kerry am Sonntag dem US-Fernsehsender NBCWashington. Wegen der russischen Truppen auf der ukrainischen Halbinsel Krim hatten bereits mehrere Staaten - darunter die USA, Kanada und Frankreich - die Vorbereitungen für den kommenden G8-Gipfel auf Eis gelegt.

+++ 15.16 Uhr: Russische Medien berichten, dass die ukrainischen Soldaten in Scharen zu den prorussischen Kräften überlaufen. An der Kaserne in Simferopol sind die Offiziere nicht bereit, dabei mitzumachen. "Mein Kommandeur ist in Kiew", sagt einer von ihnen durch den Zaun, und geht zurück in das Gebäude. Augenzeugen hatten berichtet, dass die Offiziere am Morgen die Fahne der ukrainischen Streitkräfte eingeholt und die der autonomen Republik Krim gehisst haben. Später allerdings weht weiter die gelb-blaue ukrainische Staatsflagge über dem Stützpunkt.

+++ 15.08 Uhr: US-Außenminister Kerry warnt Russland vor Verlust von G8-Mitgliedschaft.

+++ 15.07 Uhr: Die Verantwortung für die eskalierende Situation auf der Krim sieht er allerdings in der Ukraine: Er machte "politische Streitigkeiten" in Kiew dafür verantwortlich, dass der Fortbestand der Ukraine als einheitlicher Staat bedroht sei. Auf die Billigung eines russischen Militäreinsatzes in dem Nachbarland durch das Parlament in Moskau ging er nicht näher ein.

+++ 15.05 Uhr: Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. ruft zu Frieden in der Ukraine auf. Es müsse alles getan werden, damit in der Ukraine keine weiteren unschuldigen Menschen getötet würden, schrieb der Patriarch am Sonntag an die ihm unterstehende ukrainisch-orthodoxe Kirche.

+++ 15.00 Uhr: Anders ist die Lage in Berlin: Hier demonstrieren 200 Menschen vor der russischen Botschaft gegen einen möglichen Kampfeinsatz Moskaus. Die Demonstration verläuft friedlich, teilt die Polizei mit. Die Berliner Demonstranten gedachten der Opfer der Machtkämpfe in der Ukraine mit einer Schweigeminute. Schon am Samstag hatten spontan einige Menschen vor der Botschaft protestiert.

+++ 14.56 Uhr: In Moskau läuft eine Demonstration für einen Militäreinsatz in der Ukraine:

+++ 14.46 Uhr: Die ukrainische Küstenwache verlegt nach eigenen Angaben Schiffe von der Halbinsel Krim in andere Schwarzmeerhäfen.

+++ 14.45 Uhr: In Moskau läuft aktuell eine Kundgebung der Putin-Partei "Vereintes Russland". "Wir unterstützen die Entscheidungen unseres Präsidenten", steht auf dem Plakat eines Teilnehmers:

+++ 14.43 Uhr: Das Verteidigungsministerium sprach von der "Gefahr einer Erstürmung" des Stützpunktes. Perewalne liegt südöstlich der Regionalhauptstadt der Krim, Simferopol.

+++ 14.41 Uhr: Zu der Belagerung eines Stützpunktes auf der Krim gibt es neue Details: etwa tausend bewaffnete Männer belagern den Eingang zum Stützpunkt einer Einheit der ukrainischen Grenztruppen. Wie das Verteidigungsministerium in Kiew mitteilte, umzingeln die "bewaffneten Kämpfer" mit Unterstützung von 20 Lastwagen den Stützpunkt der 36. Brigade der Grenztruppen in Perewalne.

+++ 14.39 Uhr: Der Partei zufolge sind viele Menschen in der Ukraine "Verfolgung und Gewalt ausgesetzt, weil sie Russisch sprechen und Russland freundlich gesinnt sind".

+++ 14.37 Uhr: Eine für Sonntagnachmittag geplante Kundgebung von Anhängern des russischen Präsidenten Wladimir Putin, die ein hartes russisches Eingreifen auf der Krim unterstützen, wurde von den Behörden hingegen genehmigt. Selbst wichtige Hauptverkehrsachsen wurden für den Aufmarsch gesperrt, zu dem die Putin-Partei Vereintes Russland auf ihrer Webseite aufrief.

+++ 14.34 Uhr: In Simferopol hält sich der Protest gegen die Übergangsregierung in der Ukraine:

+++ 14.32 Uhr: Auch bei einer Demonstration auf dem Maneschnaja-Platz unweit des Kremls versammelten sich am Sonntag Anti-Kriegs-Aktivisten. Ihr Aufzug wurde von der Polizei eingekesselt und mit quergestellten Bussen am Weiterzug gehindert. Einige Demonstranten reckten die ukrainische Landesflagge empor und trugen die blau-gelben Nationalfarben, auf ihren Plakaten stand die Parole "Nein zum Krieg". Auch hier wurden laut Ovdinfo 30 Teilnehmer festgenommen.

+++ 14.22 Uhr: Die Festnahme russischer Demonstranten in Moskau ist jetzt offiziell: Laut der Nachrichtenagentur Interfax wurden 40 Aktivisten wegen "versuchter Störung der öffentlichen Ordnung" im Zentrum Moskuas festgesetzt. Die Bürgerrechtsgruppe Ovdinfo bezifferte die Zahl der Festgenommenen auf 100.

+++ 14.10 Uhr: Russische Medien sollen laut Agenturberichten Stimmung gegen die Übergangsregierung in Kiew machen. Der Nachrichtenkanal Russia 24 soll das Geständnis eines jungen Russen gesendet haben, der angibt, von der proeuropäischen Opposition als Scharfschütze angeworben worden zu sein. Er ist inzwischen wieder auf der Krim und äußert sich nur zögerlich, weil er Racheakte befürchtet. Er behauptet, die radikalen Gruppen in Kiew würden "Menschen einfach in Keller stecken und umbringen".

+++ 14.06 Uhr: Auf der Krim haben die Anhänger eines Anschlusses an Russland die Kontrolle über die Straßen übernommen. Im Schatten der großen Lenin-Statue im Zentrum der Regionalhauptstadt Simferopol hat sich am Sonntag eine Reihe von Milizionären aufgebaut. Ihre Schilder sind in den russischen Landesfarben bemalt. "Die Krim, das ist Russland!", schreit eine ältere Frau, die ein Bild des Vaters der Oktober-Revolution in die Höhe reckt, während ihr Mann eine große rote Fahne schwenkt und ausruft: "Lenin, Stalin, Tod dem Faschismus!"

+++ 13.53 Uhr: Kurz zuvor war nach Angaben von AP-Reportern vor Ort ein Konvoi mit mindestens 13 Truppentransportern mit jeweils 30 Soldaten sowie vier gepanzerten und bewaffneten Fahrzeugen angekommen. Die Fahrzeuge hatten russische Kennzeichen. Die bewaffneten Männern waren hingegen nicht zu identifizieren. Sehen Sie hier die Bilder.

+++ 13.45 Uhr: Hunderte bewaffnete Männer haben am Sonntagvormittag einen Stützpunkt des ukrainischen Militärs auf der Halbinsel Krim umzingelt. Die Soldaten konnten das Gelände in Priwolnoje nicht verlassen. Sie platzierten einen Panzer vor dem Tor des Infanteriestützpunkts.

+++ 13.41 Uhr: Jazenjuk appellierte zudem an den Westen und die internationale Gemeinschaft, sich für die "territoriale Integrität und Einheit" der Ukraine und gegen einen "von der Russischen Föderation provozierten militärischen Konflikt" einzusetzen.

+++ 13.35 Uhr: "Wenn Präsident Putin der Präsident sein will, der einen Krieg zwischen zwei benachbarten und befreundeten Ländern, zwischen der Ukraine und Russland, begonnen hat, dann ist er von diesem Ziel nur noch ein paar Zentimeter weit entfernt", sagte Jazenjuk.

+++ 13.34 Uhr: In der Ukraine gelte die "Alarmstufe Rot", sagte der ukrainische Übergangsregierungschef Arseni Jazenjuk am Sonntag. Der Beschluss des russischen Parlaments, das am Samstag auf Antrag von Präsident Wladimir Putin die Entsendung von Truppen auf die Halbinsel genehmigt hatte, sei "keine Drohung", sondern "eine Kriegserklärung gegen mein Land".

+++ 13.30 Uhr: "Aktuell besteht für den Raum Moskau und Sotschi keine Gefahr", sagte Verbandspräsident Friedhelm Julius Beucher der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag. Sollte sich die Lage jedoch weiter verschärfen und eine Gefahr für die Athleten bestehen, werde er sich dafür einsetzen, dass kein deutsches Paralympics-Team nach Sotschi reist. "Die Sicherheit steht über allem", betonte Beucher. Wegen der Sicherheitslage stehe er in ständigem Kontakt mit dem Auswärtigen Amt.

+++ 13.27 Uhr: Der Deutsche Behindertensport-Verband (DBS) möchte trotz eines drohenden russischen Militäreinsatzes in der Ukraine nach jetzigem Stand sein Team zu den Paralympics nach Sotschi schicken. Das deutsche Team mit 13 Athleten will am Dienstag zu den Paralympics fliegen, die vom 7. bis zum 16. März in der russischen Schwarzmeerstadt Sotschi stattfinden.

+++ 13.19 Uhr: Die Nato hat Russland angesichts der Konfrontationslage auf der Krim vorgeworfen, "Frieden und Sicherheit in Europa" zu bedrohen. Die Regierung in Moskau müsse ihre "militärischen Aktivitäten und Drohungen" gegen die Ukraine beenden, erklärte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Sonntag in Brüssel vor Beratungen der Botschafter der 28 Bündnisstaaten.

+++ 13.14 Uhr: Das Treffen wurde wegen der Drohungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin gegen die Ukraine einberufen. "Russland muss seine Militäraktionen und seine Drohungen stoppen", sagte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen.

+++ 13.11 Uhr: Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat Russland zum sofortigen Stopp seines Militäreinsatzes in der Ukraine aufgefordert. "Was Russland derzeit in der Ukraine tut, verstößt gegen die Prinzipien der UN-Charta. Es bedroht den Frieden und die Sicherheit in Europa", sagte Rasmussen am Sonntag unmittelbar vor Beginn eines Krisentreffens des Nato-Rates in Brüssel.

+++ 13.07 Uhr: Erler erinnerte daran, dass Russlands Präsident Putin noch unmittelbar vor dem Wochenende eindringlich Deeskalation eingefordert habe. "Er kann nicht überrascht sein über die besorgten Fragen zu den beobachteten russischen Truppenbewegungen."

+++ 13.05 Uhr: Vor einer "Kettenreaktion bis hin zur Gewaltanwendung" nicht zuletzt auch auf Basis von Gerüchten, Fehlinterpretationen und nicht deklarierten Truppenbewegungen auf der Krim hat der Russland-Beauftragte der Bundesregierung, der SPD-Politiker Gernot Erler, gewarnt. Gegenüber der "Leipziger Volkszeitung" forderte er deshalb: "Wir brauchen jetzt eine proaktive Deeskalation."

+++ 12.54 Uhr: In Moskau wurde eine Demonstration von Polizisten aufgelöst

+++ 12.47 Uhr: In Simferopol wehen die Flaggen Russlands und der Krim.

In Talinn protestieren Menschen gegen einen Krieg:

+++ 12.45 Uhr: Papst Franziskus mahnte Russland und die Ukraine: "Unverständnis zu überwinden und gemeinsam an der Zukunft des Landes mitzuwirken". Beim Angelus-Gebet am Sonntag in Rom appellierte er zudem an die internationale Gemeinschaft, alle Initiativen für Dialog und Verständigung zu unterstützen. Die Gläubigen rief er zu Gebeten für die Ukraine auf, welche sich in einer "delikaten Situation" befinde.

+++ 12.42 Uhr: Bei einem Referendum sollen die mehrheitlich russischsprachigen Krim-Bewohner am 30. März  über eine Abspaltung von der Ukraine entscheiden. Die Volksbefragung solle eine Antwort darauf geben, ob der bisherige Status der Autonomen Republik in den eines Staates umgewandelt werde.

+++ 12.40 Uhr: Die Schwarzmeer-Halbinsel Krim soll nach Vorstellung der neuen prorussischen Führung künftig als eigener Staat existieren. Das teilte Krim-Parlamentschef Wladimir Konstantinow der Agentur Interfax zufolge am Sonntag in Simferopol mit.

+++ 12.38 Uhr: Nach der Machtübernahme prorussischer Kräfte auf der Krim hat der ukrainische Innenminister Pawel Petrenko die neue Führung für nicht rechtmäßig erklärt. In der Autonomen Republik Krim habe es eine gewaltsame Besetzung von Gebäuden gegeben, Entscheidungen seien gefälscht worden, sagte Petrenko am Sonntag nach Angaben ukrainischer Medien.

+++ 12.31 Uhr: Die ukrainische Führung sieht das Land "am Rande einer Katastrophe". Sie drängte den russischen Präsidenten Wladimir Putin am Sonntag erneut, seine Soldaten von der Halbinsel Krim zurückzuziehen.

+++ 12.30 Uhr: Auf Simferopol werden ukrainische Flaggen durch Flaggen der Krim ersetzt, twittert ein Reporter der Bild-Zeitung:

+++ 12.25 Uhr: Das Aufklärungsschiff "Alster" hat Eckernförde verlassen und ist derzeit auf dem Weg nach Gibraltar, melden die "Kieler Nachrichten". Das Spezialschiff könne mit seiner Technik Funksignale und Funksprüche abhören und auswerten. Das genaue Einsatzziel sei geheim.

+++ 12.17 Uhr: Die Ukraine sperrt nach Angaben von Übergangspräsident Alexander Turtschinow den Luftraum für Militärmaschinen.

+++ 12.00 Uhr: "Es ist eindeutig klar, dass es nicht um den Schutz russischer Bürger geht, denn niemand greift sie an, und sie sind völlig in Sicherheit", begründet Schwarzenberg seinen Vergleich Putins mit Hitler. Der 76-Jährige sitzt dem Außenausschuss des tschechischen Abgeordnetenhauses vor. Im vorigen Dezember hatte er die Protestbewegung auf dem Maidan in Kiew besucht.

+++ 11.55 Uhr: Der frühere tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg hat das Verhalten Russlands gegenüber der Ukraine mit dem Hitlers gegenüber der Tschechoslowakei 1938 verglichen. "Wenn Adolf Hitler in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts ein fremdes Gebiet besetzen wollte, hat er immer erklärt, dass er die dortigen Deutschen schützen müsse", sagte Schwarzenberg der Onlineausgabe der Zeitung "Pravo" vom Sonntag. Der russische Präsident Wladimir Putin führe nun dasselbe Argument an, um die Krim zu besetzen.

+++ 11.49 Uhr: Der russische Grenzschutz teilt nach einem Bericht der Agentur Tass mit, dass im Januar und Februar etwa 675.000 Ukrainer über die Grenze nach Russland kamen. Es gebe Hinweise auf eine "humanitäre Katastrophe".

+++ 11.40 Uhr: Die BBC berichtet, dass russische Truppen an der Grenze zur Krim Schützengräben ausheben.

+++ 11.33 Uhr: Die Besatzung des Flaggschiffs der ukrainischen Marine, die "Hetman Sahajdatschny", verweigert sich offenbar Befehlen aus Kiew und ist auf die russische Seite übergelaufen, meldet "Die Welt" unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Reuters und Angaben aus Moskau.

+++ 11.23 Uhr: Die Nachrichtenagentur dpa bestätigt, dass der Flugbetrieb am Flughafen in Simferopol wieder planmäßigläuft. Der Luftraum war zeitweilig gesperrt worden. Am Sonntag starteten und landeten Passagierflugzeuge auch nach Informationen der Internetseite des Flughafens wieder.

+++ 11.16 Uhr: Nach den USA und Kanada fordert auch Frankreich wegen der Krim-Krise die Vorbereitungen für das G8-Treffen in Sotschi abzubrechen. Die organisatorische Abstimmung für das Treffen im Juni solle auf Eis gelegt werden, "bis unsere russischen Partner wieder zu Prinzipien zurückgekehrt sind, die mit denen der G-7 und G-8 vereinbar sind", sagte der französische Außenminister Laurent Fabius am Sonntag.

+++ 11.08 Uhr: Wie der ukrainische Ratschef Andrij Parubij sagte, wurde das Verteidigungsministerium angewiesen, alle benötigten Soldaten zusammenzurufen.

+++ 11.04 Uhr: Die Ukraine mobilisiert alle Reservisten. Wie Sicherheitschef Andrij Parubij am Sonntag sagte, wurde das Verteidigungsministerium angewiesen, alle benötigten Soldaten zusammenzurufen. Am Freitag hatte die neue Führung in Kiew bereits die Armee in Alarmbereitschaft versetzt.

+++ 11.02 Uhr: In elf ukrainischen Städten sollen pro-russische Demonstranten Flaggen Russlands gehisst haben, meldet der russische Nachrichtensender RT. Darunter sollen Charkow, Lugansk, Donezk, Simferopol und Odessa sein.

+++ 11.00 Uhr: Auf der Krim posieren russische Soldaten mit Passanten:

+++ 10.50 Uhr: "Schickt unsere Kinder nicht in einen Kampf gegen unsere Brüder in der Ukraine", steht auf dem Plakat einer russischen Demonstrantin in Moskau.

+++ 10.40 Uhr: In Moskau gibt es Proteste gegen einen Krieg mit der Ukraine.

+++ 10.33 Uhr: Nach Medienberichten von Focus-Online hat das ukrainische Parlament sich vor wenigen Minuten zu einer Dringlichkeitssitzung zur Krim-Invasion versammelt.

+++ 10.28 Uhr: Russland soll insgesamt 15.000 Soldaten auf der Krim im Einsatz haben, teilte der ukrainische Sprecher der Nato-Ukraine-Kommission Yegor Pyvovarov dem Sender CNN mit. Seine Informationsquelle nannte er laut CNN nicht, ebenso wenig äußerte er sich dazu, ob die Zahl die Soldaten beinhaltet, die regulär auf der Krim stationiert sind.

+++ 10.10 Uhr: Eine Korrespondentin der ARD spricht von einem "Informationskrieg" zwischen Russland und der Ukraine:

+++ 10.05 Uhr: Auf der Krim hat es offenbar erneut Truppenbewegungen russischer Soldaten gegeben. Reporter der Nachrichtenagentur AP berichten, dass Hunderte russische Soldaten sich in einem Konvoi mit zwölf Lastwagen in Richtung Simferopol bewegen. Zu sehen war auch ein bewaffnetes Armeefahrzeug vom Typ Tiger sowie zwei Rettungswagen.

+++09.44 Uhr: Reporter berichten auf Twitter, dass der Flugverkehr am Flughafen in Simferopol teilweise wieder aufgenommen wurde. Offiziell bestätigt ist diese Information nicht:

+++ 09.27 Uhr: Auf der russisch geprägten Halbinsel Krim ist die Lage weiter kritisch. "Bewaffnete Leute streifen in der Gegend umher... das ist wirklich sehr beunruhigend", sagte der Gouverneur der russischen Region Belgorod, Jewgeni Sawtschenko, Interfax.

+++ 09.24 Uhr: Angesichts der Entwicklungen auf der Krim haben der Nato-Rat sowie die Nato-Ukraine-Kommission für Sonntag weitere Sitzungen angekündigt.

+++ 09.08 Uhr: Um die Reformkräfte der Ukraine zu stärken, will Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der neuen ukrainischen Regierung ausbauen und die Hilfe nahezu verdoppeln. Mehr als 40 Millionen Euro sollen in die Ukraine fließen, kündigte er in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" an.

+++ 08.53 Uhr: Auch US-Außenminister John Kerry hat Wladimir Putin noch einmal dringend vor schwerwiegenden Konsequenzen gewarnt, sollten russische Truppen in der Ukraine einmarschieren. Der US-Außenminister erklärte weiter, er habe bei einer Telefonkonferenz mit Kollegen weltweit über die nächsten gemeinsamen Schritte beraten. Um welche Außenminister es sich dabei handelte, ließ er offen.

+++ 08.46 Uhr: US-Präsident Barack Obama warnte Wladimir Putin noch einmal dringend vor einem Militäreinsatz und drohte mit einer politischen und wirtschaftlichen Isolation Russlands. "Die USA rufen Russland auf, die Spannungen zu de-eskalieren, indem es seine Truppen auf Stützpunkte auf der Krim zurückzieht, und sich jeder Einmischung woanders in der Ukraine zu enthalten."

+++ 08.44 Uhr: Der G-8-Gipfel steht auf der Kippe: Die USA setzen als Konsequenz aus dem Vorgehen Russlands auf der Krim ihre Teilnahme an Konferenzen zur Vorbereitung des G-8-Treffens im russischen Sotschi aus. Das teilte das Weiße Haus nach einem Telefonat zwischen US-Präsident Barack Obama und Russlands Präsident Wladimir Putin in der Nacht zu Sonntag. Der Gipfel der G8 in Sotschi ist für Juni geplant.

+++ 08.35 Uhr: In den USA und in Kanada gibt es Proteste gegen einen mmöglichen Militäreinsatz Russlands in der Ukraine. Sehen Sie hier die Bilder.

+++ 08.20 Uhr: In derselben Sitzung warf der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin dem Westen vor, sich in die ukrainische Innenpolitik einzumischen. Die Demonstranten in Kiew seien "vom Ausland ermutigt worden". Die Sitzung wurde später hinter verschlossenen Türen fortgesetzt. Konkrete Beschlüsse wurden nicht gefasst. Russland hat im Sicherheitsrat ein Vetorecht.

+++ 08.18 Uhr: Die USA haben bei einer öffentlichen Sitzung des UN-Sicherheitsrates wegen der Krise in der Ukraine den sofortigen Einsatz von internationalen Beobachtern gefordert.

+++ 08.17 Uhr: Die Krise habe nicht sein müssen, die Verantwortlichen säßen aber in Kiew."Russische Truppen sind illegal in die Ukraine einmarschiert unter der durchsichtigen Ausrede, russische Bürger schützen zu müssen. Und ihre Zahl wird jede Stunde größer", sagte UN-Botschafter Juri Sergejew. "Es ist ein Akt der Aggression gegen internationales Völkerrecht."

+++ 08.11 Uhr: Angesichts der Spannungen auf der Halbinsel Krim warnte Vitali Klitschko vor einem Auseinanderbrechen der Ukraine. Russlands Drohung eines Militäreinsatzes sei eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Ex-Sowjetrepublik und eine Gefahr für die territoriale Einheit des Landes.

+++ 7.34 Uhr: Der Gouverneur der russischen Region Belgorod berichtet von dem Versuch bewaffneter Gruppen, am Samstag die Verbindungsstraße zwischen Moskau und der Krim an der russisch-ukrainischen Grenze zu blockieren.

+++ 7.25 Uhr: Russische Kräfte entwaffnen nach Angaben von Interfax eine Radarstation auf der Krim. Dabei fordern sie die dort stationierten Soldaten dazu auf, sich auf die Seite der "rechtmäßigen" Führung der Krim zu schlagen, wie die Agentur unter Berufung auf einen Mitarbeiter des Verteidigungsministerium berichtet.

(ape)
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