1. Bundesliga 16/17
| 19.03 Uhr

Welcher Trainer hat einen sicheren Job?
Bevor Ancelotti fliegt, wird Leicester wieder Meister

Welcher Trainer fliegt zuerst?
Welcher Trainer fliegt zuerst? FOTO: ap
Düsseldorf. Die Saison 2015/16 hat national wie international Überraschungen produziert, an die Fußball-Historiker anlässlich der jeweiligen Jahrestage in Zukunft gerne erinnern werden: Leicester City wurde englischer Meister, der SV Darmstadt blieb unter Drittligabedingungen erstklassig und Island schied bei seiner EM-Premiere erst im Viertelfinale aus.

Wer auf all diese Ereignisse gewettet hätte, müsste sich finanziell erst einmal keine Gedanken mehr machen. Nun mag das glücklichen Einzeltätern gelungen sein, in ihrer Fülle sind derartige Sensationen jedoch nicht vorhersehbar. Neben Leicester, Darmstadt und Island könnte man auch den Rücktritt Lucien Favres nennen: Der saß bei Borussia Mönchengladbach im Sommer 2015 so sicher im Sattel wie kein anderer Bundesligatrainer – und verabschiedete sich Hals über Kopf freiwillig.

Die erste richtige Entlassung der Saison traf dann im Oktober Hoffenheim-Coach Markus Gisdol. Da lag die Wettquote vor der Saison immerhin bei 30:1. Die Rauswurf-Kandidaten Nummer eins erwischte es später: Michael Frontzeck (Hannover 96) und Armin Veh (Eintracht Frankfurt). Dagegen hielten sich Bruno Labbadia (Hamburger SV), Pal Dardai (Hertha BSC), Dirk Schuster (SV Darmstadt) und Ralph Hasenhüttl (FC Ingolstadt) bis zum Ende.

Inwiefern hilft das, um die Quoten von "Mybet" für die kommende Saison einzuordnen? Viktor Skripnik (2,5:1) hat demnach kaum eine Chance, im Mai noch Trainer von Werder Bremen zu sein, während sich Martin Schmidt (FSV Mainz) oder Roger Schmidt (Bayer Leverkusen) nicht zu sicher fühlen sollten.

Auffällig ist es, wie Borussias Mönchengladbachs Coach André Schubert eingeordnet wird: Nur sechs Trainer haben eine niedrigere Quote, wenn es um die erste Entlassung der Saison geht – Schubert hat Gladbach immerhin vom 18. auf den 4. Platz geführt. Dagegen ist es so wahrscheinlich wie Leicesters Titelgewinn, dass die Bayern sich als erstes Team von ihrem Trainer trennen: Die Quote bei Carlo Ancelotti liegt bei 501:1.

Interessant: 2015 trat Favre zurück, obwohl er den sichersten Job der Liga hatte. 2014 war es bei Jürgen Klopp genauso, wenn auch erst im Frühjahr. 2013 führte kein Weg an Thomas Tuchel vorbei, am Saisonende zog er sich aus Mainz zurück. Die Bundesliga ist ein unglaublicher Durchlauferhitzer. Neun der 18 Trainer saßen zum Start der vergangenen Saison noch nicht auf der Bank ihres jetzigen Vereins.

(jaso)
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