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WM-Starter Polen im Porträt
Polen will mit Lewandowski hoch hinaus

WM 2018: Polen im Porträt
Polen setzt wohl vor allem auf Robert Lewandowski. FOTO: ap, SG FP
Warschau. Polens Hoffnungen bei der WM ruhen auf Bayern-Star Robert Lewandowski. Wieder einmal. In der europäischen WM-Qualifikation krönte sich der Stürmer zum besten Torschützen.

Den größten Dank nahm Robert Lewandowski in Talar und Barett entgegen. Nur einen Tag nachdem der Bayern-Star Polen zur WM nach Russland geschossen hatte, bekam er bei der Verteidigung seiner Bachelor-Arbeit im Bereich Training und Management dreimal die Bestnote. Das Thema: Er selbst. Titel der Abschlussarbeit: "RL9. Der Weg zum Ruhm".

Die Popularität Lewandowskis in seinem Heimatland macht also auch für dem akademischen Betrieb nicht halt. Die Prüfer, wohl eher Fans als kritische Dozenten, kamen in Nationaltrikots. "Im Hauptteil, in der ersten halben Stunde, haben wir Robert Fragen gestellt, die er beantworten musste", sagte Professor Marek Rybinski der FAZ: "Der zweite Teil war dann sehr angenehm und nett: Da gab es Autogramme und Fotos, und es wurden Erinnerungen ausgetauscht."

Und höchstwahrscheinlich gab es für den Stürmer auch viele Wünsche für die WM im kommenden Jahr. Denn auch dort ruhen die Hoffnungen der ganzen Nation vor allem auf einem: Robert Lewandowski.

Zum "König des Warschauer Nationalstadions" kürte ihn die heimische Presse, nachdem er für sein Land beim 4:2 gegen Montenegro mit einem Treffer kurz vor Schluss alles klarmachte. Ohnehin, es war die Qualifikation des Robert Lewandowski. 16 Treffer gelangen ihn. Rekord in Europa. Und sogar einer mehr als Weltfußballer Ronaldo.

Dass Lewandowski, ansonsten meistens eiskalt vor dem Tor, den Druck im Trikot seines Heimatlandes aber nicht immer abschütteln kann, zeigte sich bei der EM im vergangenen Jahr in Frankreich. Dort traf er nur einmal. Im Viertelfinale bei der Niederlage gegen den späteren Europameister Portugal.

Tragische Figur damals: Der Wolfsburger Jakub Blaszczykowski, der mit seinem Versuch im Elfmeterschießen scheiterte. Polen schied aus, obwohl es nach regulärer Spielzeit in fünf Spielen offiziell nicht verloren hatte. Portugal kam weiter, obwohl es nicht ein einziges Mal ohne Elfmeterschießen gewonnen hatte.

In Russland soll es anders laufen. "Wir haben Potenzial und müssen es nutzen", sagte Lewandowski. Denn auch er weiß: Allzu viele Chancen wird die derzeitige Generation nicht mehr bekommen.

Lewandowski ist zwar "erst" 29, andere Führungsspieler sind dagegen schon über ihren Zenit hinaus oder müssen ihre langen Karriere häufiger Tribut zollen. Sowohl Blaszczykowski (31) als auch sein ehemaliger Dortmunder Teamkollege Lukasz Piszczek (32) werden immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen.

(sid)
 
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