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+++ Wintersport-Telegramm +++
Deutsche Wintersportler überzeugen auf ganzer Linie

Viktoria Rebensburg – Olympiasiegerin und Vize-Weltmeisterin
Viktoria Rebensburg – Olympiasiegerin und Vize-Weltmeisterin FOTO: AP
Düsseldorf. Die Biathleten kämpfen in Östersund um Weltcup-Punkte, bei den Alpinen sind die Speed-Spezialisten gefordert. Das sind nur zwei Highlights eines prall gefüllten Wintersport-Tags. In unserem Telegramm halten wir Sie auf dem Laufenden.

+++ Ski +++

Podestplatz für Rebensburg

Viktoria Rebensburg hat beim überraschenden Abfahrtssieg von Mikaela Shiffrin mit einem zweiten Platz in Lake Louise ihre starke Form untermauert. In Kanada war Deutschlands beste Skirennfahrerin am Samstag 0,13 Sekunden langsamer als Shiffrin. Die Gesamtweltcupsiegerin aus den USA hatte tags zuvor bereits mit dem dritten Platz überrascht. Rang drei in der Abfahrt hielt am Samstag nach 33 gestarteten Fahrerinnen ebenfalls unerwartet Michelle Gisin aus der Schweiz. Für Rebensburg war es nach ihren beiden Siegen im Riesenslalom das dritte Podestergebnis im vierten Rennen des Olympia-Winters.

+++ Eisschnelllauf +++

Damen-Trio auf Platz zwei bei Weltcup in Kanada

Das deutsche Damen-Trio hat sich beim Eisschnelllauf-Weltcup in Calgary in der Teamverfolgung bestens geschlagen. Claudia Pechstein (Berlin), Roxanne Dufter und Gabriele Hirschbichler (beide Inzell) liefen in 2:56,76 Minuten als Zweite ins Ziel. Schneller waren am Samstag im Olympic Oval nur die Japanerinnen in Weltrekordzeit von 2:53,88. Dritter wurde Kanada. Die Niederländerinnen kamen nach einem Sturz nur auf Platz neun.

+++ Eisschnelllauf +++

Ihle knackt halbe Olympia-Norm über 1000 m

Sprinter Nico Ihle hat beim Eisschnelllauf-Weltcup im kanadischen Calgary trotz einer durchwachsenen Leistung zumindest einen Teilerfolg gefeiert. Der Chemnitzer wurde in 1:08,19 Minuten 15. über 1000 m und erfüllte damit die halbe Olympia-Norm auf dieser Distanz. Am 10. Dezember hat der 32-Jährige in Salt Lake City die Möglichkeit, den zweiten Teil der Norm zu erfüllen. Ihle benötigt dazu mindestens Platz 16. Den Sieg sicherte sich der Niederländer Kai Verbij in 1:06,93 Minuten vor seinem Landsmann Kjeld Nuis (1:06,93) und dem Norweger Havard Lorentzen (1:06,98). Die schnellste Zeit lief der zweimalige Sprintweltmeister Pawel Kulischnikow in 1:06,88. Der Russe wurde aber wegen Übertretens der Bahn disqualifiziert.

Beim Weltcup-Auftakt in Heerenveen war Ihle über 1000 m disqualifiziert worden, deswegen musste er beim zweiten Weltcup-Wochenende im norwegischen Stavanger in der B-Gruppe antreten. Dort gelang ihm der beste 1000-m-Lauf der schwächer eingestuften Athleten und damit der Sprung zurück in die A-Gruppe.

+++ Ski +++

Dreßen rast auf das Podium 

Ski-Rennläufer Thomas Dreßen hat bei der Weltcup-Abfahrt in Beaver Creek (USA) mit Platz drei für eine Sensation gesorgt. Beim Triumph des norwegischen Olympiasiegers Aksel Lund Svindal vor Weltmeister Beat Feuz (Schweiz) raste der 24-Jährige auf der berühmt-berüchtigten Raubvogel-Piste auf das Podium. Besser war ein deutscher Abfahrer zuletzt am 18. Dezember 2004, als Max Rauffer in Gröden/Südtirol gewann. Sechs Jahre später stand Stephan Keppler beim Super-G auf derselben Strecke als bislang letzter Deutscher in einem Speed-Rennen auf dem "Stockerl".

Dreßen attackierte sogar die Bestzeit von Svindal, der die prestigeträchtige Abfahrt als erster Athlet zum vierten Mal (nach 2008, 2013 und 2015) gewann. Bei der zweiten Zwischenzeit lag der Mittenwalder 0,28 Sekunden vorne, im Ziel fehlten ihm 0,49 Sekunden auf den "Speed King". Feuz hatte einen Rückstand von 0,15 Sekunden auf Svindal.

+++ Skispringen +++

Althaus macht DSV-Doppelschlag perfekt 

Katharina Althaus hat den Weltcup im norwegischen Lillehammer gewonnen und keine 45 Minuten nach dem Sieg von Richard Freitag im russischen Nischni Tagil den DSV-Doppelschlag perfekt gemacht. Bei ihrem zweiten Karriere-Erfolg verwies die 21-Jährige die Norwegerin Maren Lundby auf Platz zwei. Lundby hatte das erste Springen am Freitag vor Althaus gewonnen.

Mit 271,7 Punkten und Sprüngen auf 98,5 sowie 93,0 m hielt Althaus dem Angriff von Lundby (267,3) im zweiten Durchgang stand. Dritte wurde mit deutlichem Rückstand die Japanerin Yuki Ito (249,2). Svenja Würth (Baiersbronn/235,1) belegte einen starken fünften Platz, Olympiasiegerin und Weltmeisterin Carina Vogt (Degenfeld) musste sich nach Rang drei am Freitag diesmal mit Platz sieben (232,9) zufrieden geben. Juliane Seyfarth (Ruhla) als Zwölfte (219,1) und Gianina Ernst (Oberstdorf) als 14. (216,1) rundeten das starke deutsche Abschneiden ab.

+++ Skispringen +++

Freitag triumphiert in Russland

Skispringer Richard Freitag (Aue) hat den Weltcup im russischen Nischni Tagil gewonnen und damit seinen sechsten Karrieresieg gefeiert. Der 26-Jährige setzte sich am Ural vor den Norwegern Daniel Andre Tande und Johann Andre Forgang durch. Andreas Wellinger (Ruhpolding) verpasste das Podest um 0,1 Punkte und wurde Vierter.

+++ Skispringen +++

Geiger führt nach dem ersten Durchgang

Der deutsche Skispringer Karl Geiger darf im russischen Nischni Tagil auf seinen ersten Weltcup-Sieg hoffen. Der 24-jährige Oberstdorfer führt am Samstag nach dem ersten Durchgang nach einem Sprung auf 131 Meter vor dem Norweger Daniel Andre Tande, der mit 141 Metern zwar einen neuen Schanzenrekord aufstellte, sich bei der Landung aber große Punktabzüge einhandelte. Gesamtweltcup-Sieger Stefan Kraft aus Österreich liegt auf Platz drei. Auch Pius Paschke (5.) und Richard Freitag (8.) dürfen noch auf das Podest hoffen. Freitag sprang mit 135 Metern zwar die drittgrößte Weite, patzte aber ebenfalls bei der Landung.

Markus Eisenbichler, der am Freitag die Qualifikation gewonnen und auch im Probedurchgang überzeugt hatte, enttäuschte im ersten Wertungssprung. Er liegt auf Rang 17. Auch Andreas Wellinger, der vergangene Woche noch aufs Podest sprang, fiel als 21. weit zurück. Als einziger Deutscher nicht in den zweiten Durchgang schaffte es Stephan Leyhe, der nur 114,5 Meter sprang und damit 40. wurde.

+++ Biathlon +++

Dahlmeier gewinnt Langlaufrennen im FIS-Cup

Die siebenmalige Biathlon-Weltmeisterin Laura Dahlmeier (Partenkirchen) ist bereit für ihre Rückkehr in den Weltcup. Nachdem die 24-Jährige ihren Start beim Auftakt in Östersund/Schweden wegen einer Erkältung hatte absagen müssen, gewann sie am Samstag den Langlauf-Sprint im zweitklassigen FIS-Cup. "Ready for Hochfilzen", schrieb Dahlmeier unter das Siegerfoto, das sie in den sozialen Netzwerken veröffentlichte.

In Hochfilzen findet in der kommenden Woche (8. bis 10. Dezember) der zweite Weltcup der Biathleten statt. Dort hatte Dahlmeier in diesem Jahr Geschichte geschrieben und als erste Biathletin fünfmal Gold bei einer WM gewonnen.

+++ Biathlon +++

Lesser fehlen 3,7 Sekunden zum Sieg

Biathlet Erik Lesser (Frankenhain) hat seinen dritten Weltcup-Sieg nur um 3,7 Sekunden verpasst. Der 29-Jährige lief im schwedischen Östersund im Sprint nach 10 km und einem Schießfehler auf den dritten Platz, der Sieg ging überraschend an den Norweger Tarjei Boe. Simon Schempp (Uhingen/1) rundete als Fünfter das erfreuliche deutsche Ergebnis ab.

Vor allem der ehemalige Verfolgungs-Weltmeister Lesser unterstrich mit der neunten Podestplatzierung seiner Karriere seine beachtliche Frühform, die er schon im Einzel angedeutet hatte. Rang zwei ging an den französischen Superstar Martin Fourcade, der wie Lesser und Boe einmal daneben schoss und im Ziel sieben Zehntelsekunden hinter dem Norweger lag.

+++ Snowboard +++

Mittermüller und Flemming knacken Olympianorm

Die Snowboarderinnen Silvia Mittermüller und Nadja Flemming haben beim Big-Air-Weltcup in Mönchengladbach die Olympianorm geknackt. Das Duo verpasste bei widrigen äußeren Bedingungen (Nebel) zwar das Finale der besten Sechs, erfüllte aber mit den Rängen neun und 16 die Olympia-Qualifikationskriterien des Deutschen Skiverbandes (DSV). "Ich bin einfach froh, dass ich meine Sprünge gelandet habe", sagte Mittermüller. Die halbe Olympianorm hatten sich Mittermüller und Flemming bereits durch die Plätze neun und 13 beim Big-Air-Weltcup in Peking gesichert. Bei den Spielen in Pyeongchang ist Big Air erstmals olympisch. Die Erfüllung der nationalen Norm ist bei den Snowboardern allerdings nicht gleichbedeutend mit einem Startplatz bei den Winterspielen. Dafür müssten sie auch zu den besten 30 Sportlern auf einer akkumulierten Liste des Weltverbandes FIS gehören.

Bei den Männern sicherte sich der Norweger Marcus Kleveland mit einem fast perfekten Score von 191,75 Punkten den Sieg. Das Finale der besten Zehn fand ohne deutsche Beteiligung statt. Für Maximilan Preissinger (Starnberg), Luis Eckert (Hinterzarten) und Leon Vockensperger (Schechen) reichte es lediglich zu den Rängen 22, 36 beziehungsweise 46.

+++ Rodeln +++

Loch gewinnt in Altenberg

Rodel-Olympiasieger Felix Loch hat sich im Olympia-Winter auf seiner Paradebahn erneut in Topform präsentiert. Der Berchtesgadener feierte im vierten Weltcuprennen der Saison im sächsischen Altenberg seinen zweiten Sieg und baute damit seine Führung im Gesamtweltcup aus. Andi Langenhan (Zella-Mehlis) komplettierte das gute deutsche Abschneiden mit Platz drei hinter dem Russen Roman Repilow. Ralf Palik (Oberwiesenthal) wurde starker Vierter, Johannes Ludwig (Suhl) Achter. Julian von Schleinitz (Königssee) belegte nur Platz 26.

+++ Nordische Kombination +++

DSV-Team Zweiter in Lillehammer

Die deutschen Kombinierer um Vierfach-Weltmeister Johannes Rydzek und Gesamtweltcup-Sieger Eric Frenzel haben beim ersten Teamwettbewerb der Olympiasaison den Sieg knapp verpasst. Beim Weltcup in Lillehammer musste sich das DSV-Quartett mit Platz zwei hinter Erzrivale und Olympiasieger Norwegen begnügen, der sich gut zwei Monate vor Beginn der Winterspiele in Pyeongchang (9. bis 25. Februar) beim Heimspiel in starker Form präsentierte.

Schlussläufer Fabian Rießle (Breitnau) musste sich nach einer famosen deutschen Aufholjagd im Zielsprint dem Norweger Jörgen Graabak geschlagen geben. Die Staffel-Weltmeister Rydzek (Oberstdorf), Frenzel (Oberwiesenthal) und Rießle sowie Junioren-Weltmeister Vinzenz Geiger (Oberstdorf) lagen nach jeweils einem Sprung und dem Skilanglauf über 4x5 km 1,7 Sekunden hinter den Norwegern, die vor allem dank Jungstar Jarl Magnus Riiber mit 46 Sekunden Vorsprung vor Deutschland in die Loipe gegangen waren. Dritter wurde Finnland (+1:19,0 Minuten).

+++ Rodeln +++

Eggert/Benecken fahren nächsten Sieg ein

Die Doppelsitzer-Weltmeister Toni Eggert/Sascha Benecken haben auch den dritten Rodel-Weltcup der Saison in Altenberg gewonnen. Die Thüringer sicherten sich am Samstag mit zwei Laufbestzeiten in 1:23,539 Sekunden klar den Sieg vor den Österreichern Peter Penz und Georg Fischler, die 0,269 Sekunden Rückstand hatten. Mit dem Sieg haben Eggert/Benecken die Olympia-Qualifikation so gut wie sicher. Dritte wurden die Winterberger Robin Geueke/David Gamm, die sich vom siebten Platz nach dem ersten Durchgang noch nach vorn fuhren. Die Olympiasieger Tobias Wendl/Tobias Arlt belegten Platz vier.

+++ Langlauf +++

Ringwald und Henning scheitern im Viertelfinale

Die deutschen Skilangläufer haben auch zum Auftakt der zweiten Weltcup-Station in Lillehammer enttäuscht und warten im Olympiawinter weiter auf ein Erfolgserlebnis. Sandra Ringwald (Schonach) überzeugte zwar wie schon eine Woche zuvor in Kuusamo mit Platz sechs in der Qualifikation zum Klassiksprint, schied aber erneut gleich in der ersten K.o.-Runde als Fünfte ihres Laufes chancenlos aus. Neben Ringwald hatte aus dem zehnköpfigen DSV-Sprintaufgebot nur Katharina Hennig (Oberwiesenthal) den Prolog überstanden, doch auch für die 21-Jährige war im Viertelfinale mit großem Rückstand als Sechste und Letzte Endstation.

+++ Nordische Kombination +++

DSV-Team muss 46 Sekunden aufholen

Weltmeister Deutschland steht beim Weltcup der Nordischen Kombinierer in Lillehammer vor einer Aufholjagd in der 4x5-Kilometer-Staffel. Nach dem Springen liegen Vinzenz Geiger, Fabian Rießle, Eric Frenzel und Johannes Rydzek 46 Sekunden hinter den führenden Norwegern, die mit Jarl Magnus Riiber den überragenden Springer hatten. Er flog am Samstag 102,5 Meter weit. Bester deutscher Springer war Olympiasieger Frenzel, der wie Rydzek auf 95,0 Meter kam, aber die besseren Haltungsnoten erhielt. Vier Sekunden nach den Deutschen startet Japan als Dritter ins Staffel-Rennen.

+++ Langlauf +++

Ringwald und Hennig erreichen Sprint-Viertelfinale

Sandra Ringwald ist beim Skilanglauf-Weltcup im norwegischen Lillehammer als starke Sechste der Qualifikation ins Viertelfinale des Klassiksprints eingezogen. Die 27-Jährige aus Schonach lag nach 1,3 km 2,35 Sekunden hinter der Prologschnellsten Sadie Bjornsen aus den USA. Neben der besten deutschen Sprinterin erreichte auch Katharina Hennig (Oberwiesenthal) als 24. die K.o.-Runde der besten 30 ab 11.30 Uhr.

Ausgeschieden sind in Lillehammer die weiter formschwache Sprint-Spezialistin Hanna Kolb (Buchenberg/48.) sowie Stefanie Böhler (Ibach/45.), Victoria Carl (Zella-Mehlis/49.) und Elisabeth Schicho (Schliersee/54.). Olympiasiegerin Maiken Caspersen Falla (4.) und Rekord-Weltmeisterin Marit Björgen (beide Norwegen/21.), die in Kuusamo noch in der Qualifikation gescheitert waren, hielten sich diesmal schadlos und erreichten das Viertelfinale.

+++ Langlauf +++

Deutsche Männer scheitern in der Qualifikation

Bei den Männern lag Norwegens Jungstar Johannes Hösflot Kläbo, Dreifach-Sieger am Auftaktwochenende, klar vorne und verwies nach 1,5 km mit stolzen 4,31 Sekunden Vorsprung den Russen Alexander Bolschunow auf Platz zwei. Das russische Team muss ab Lillehammer ohne die mutmaßlichen Sotschi-Dopingsünder um Alexander Legkow und Maxim Wylegschanin auskommen, die nach der lebenslangen Olympiasperre durch das IOC am Donnerstag auch vom Skiweltverband FIS suspendiert worden waren.

Die deutschen Starter scheiterten wie schon in Kuusamo in der Qualifikation. Sebastian Eisenlauer (Sonthofen) wurde 33., Thomas Bing (Dermbach) 47. und Andreas Katz (Baiersbronn) 70. unter 69 Startern. Auch Norwegens kriselnder Rekordweltmeister Petter Northug, der über die nationale Gruppe zu seinem Saisondebüt kam, blieb als 32. auf der Strecke.

(areh/sid/dpa)
 
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