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WM-Starter Kroatien im Porträt
Kroaten liebäugeln mit K.o.-Runde - Hoffnungsträger Dalic

WM 2018: Kroatien im Porträt
Die kroatische Nationalmannschaft. FOTO: ap, PG
Zagreb. Kroatien hat sich in turbulenten Zeiten zum fünften Mal für eine Fußball-WM qualifiziert. Ein frühes Aus wollen die Osteuropäer vermeiden.

Trainer Zlatko Dalic übernahm seinen Job erst kurz vor Ende der WM-Qualifikation, Verbandsboss Davor Suker steht stark unter Beschuss: In Kroatiens Fußball-Verband (HNS) ging es zuletzt turbulent zu. Dennoch lösten die Kockasti ("Die Karierten") über den Umweg Play-offs das WM-Ticket für Russland und wollen dort über die Gruppenphase hinaus eine gute Rolle spielen.

"Ich bin stolz auf das, was wir in den vergangenen drei Spielen erreicht haben, denn die Qualifikation für die WM ist wichtig für den gesamten kroatischen Fußball", sagte Dalic nach den erfolgreichen Play-offs gegen Griechenland unter Trainer Michael Skibbe (0:0/4:1). Kurz darauf wurde der frühere Profi vom Interimscoach zum Cheftrainer befördert und erhielt einen Vertrag bis nach der Euro 2020.

Erst zwei Tage vor dem letzten Gruppenspiel hatte der 51 Jahre alte Dalic die Nachfolge des glücklosen Ante Cacic angetreten und gewann prompt in der Ukraine mit 2:0. Cacic hatte zuvor durch Niederlagen in Island, in der Türkei und zu Hause gegen die Ukraine die fünfte WM-Teilnahme des noch jungen Landes gehörig in Gefahr gebracht.

Die Erfolge von Dalic überraschten ein wenig, zumal der frühere defensive Mittelfeldspieler zuvor nicht als großer Trainer in Erscheinung getreten war. Von 2006 bis 2011 betreute er als Assistent die kroatischen U21, im Anschluss arbeitete er im arabischen Raum.

Doch schon bei seinem ersten Auftritt in der Ukraine bewies Dalic ein glückliches Händchen und beorderte Andrej Kramaric in die Startelf. Der Mittelfeldspieler von 1899 Hoffenheim erzielte beim 2:0-Triumph beide Tore und führte sein Land doch noch in die Play-offs.

Kopf der Mannschaft ist Luka Modric. "El Pony" hat mit Real Madrid alles gewonnen, was es als Vereinsspieler zu gewinnen gibt und zählt zu den besten zentralen Mittelfeldspielern der Welt. Auch Ivan Rakitic (FC Barcelona), Mario Mandzukic (Juventus Turin) und Ivan Perisic (Inter Mailand) sind international gestandene Top-Spieler.

Aktuell steht das Star-Ensemble vom Balkan auf Platz 17 der Weltrangliste. Bei der letzten WM scheiterte die stolze Fußball-Nation unter dem heutigen Coach von Eintracht Frankfurt, Niko Kovac, unglücklich in der Gruppenphase. Das soll sich in Russland auf keinen Fall wiederholen.

Noch immer ist Platz drei 1998 in Frankreich bei einer WM-Endrunde der größte Erfolg der Osteuropäer. Damals erzielte der spätere WM-Torschützenkönig Davor Suker im Viertelfinale den Treffer zum 3:0-Endstand gegen ein aus allen Wolken fallendes DFB-Team, das unter Bundestrainer Berti Vogts auf ganzer Linie enttäuschte.

Suker ist mittlerweile seit 2012 Verbandspräsident. Besonders populär ist der frühere Star von Real Madrid allerdings nicht und muss um seine Wiederwahl fürchten. Mit dem früheren Nationalspieler Dario Simic ist ihm ein gefährlichen Gegenkandidat erwachsen. Suker ließ jüngst die Wahlen überraschend um ein halbes Jahr auf Dezember 2017 vorziehen. Warum, weiß keiner so genau. Ob es hilft, wird man sehen.

(sid)
 
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